Medienagenda - Themen im Februar 2018

Der Februar war ein Sportmonat: Mit Abstand wichtigstes Thema waren die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Im Fokus war auch der Service Public: Sowohl die Postauto-Affäre als auch die No-Billag-Initiative erhielten viel Aufmerksamkeit. Mit dem Syrienkrieg und den Wahlen in Italien wurde auch über aussenpolitische Ereignisse prominent berichtet. 

Olympische Spiele dominieren

Wenn wichtige Sportereignisse stattfinden, dominieren sie die Medienagenda. Im Februar war dies besonders ausgeprägt zu beobachten. Kein anderes Medienereignis hatte annähernd so viel Resonanz wie die Olympischen Spiele. Insgesamt wurden in den untersuchten Medientiteln 524 Beiträge zum Thema veröffentlicht, mehr als je zuvor in einem Monat zu einem Thema gezählt wurden. Nebst vielen Beiträgen zur Organisation des Megaevents wurde ein starker Fokus auf die Schweizer Delegation und ihre Resultate gelegt. Meistgenannter Athlet war mit 284 Erwähnungen Dario Cologna. Beat Feuz wurde 254 Mal erwähnt und lag damit auf Rang 2. Wendy Holdener als meistgenannte Sportlerin kam mit 159 Nennungen insgesamt auf den dritten Rang. Die männlichen Athleten erhielten insgesamt mehr Aufmerksamkeit als die weiblichen Sportlerinnen, obwohl die Männer- und die Frauendelegation, gemessen an Medaillen, praktisch gleich erfolgreich abschnitten.

Im Sog von Pyeongchang 2018 schafften es zwei weitere Ereignisse mit Bezug zu den olympischen Spielen in die Top 10. Einerseits war dies die Doping Affäre um russische Athleten, die vor allem vor Beginn der Wettbewerbe für viel Wirbel sorgte. Anderseits wurde bereits in die Zukunft geschaut: Die Olympiabewerbung von Sion für 2026 fand insbesondere in den französischsprachigen Medien viel Aufmerksamkeit.

Service Public unter Beschuss

Im Februar erhielten zwei Themen bzw. Institutionen sehr viel Resonanz, die zum Bereich „Service Public“ gehören. Wie bereits im Vormonat wurde intensiv über die No-Billag-Initiative und die SRG berichtet. Sehr bemerkenswert ist aber, dass die Resonanz im Vergleich zum Januar rückläufig war. Diese Tendenz lässt sich am ehesten damit erklären, dass die Niederlage der Initiative je länger desto deutlicher vorhergesagt wurde. Knappe Entscheide erzeugen in der Regel mehr Berichte. Das Ausmass der Berichterstattung über No-Billag ist im Vergleich mit anderen Volksinitiativen dennoch klar überdurchschnittlich. Die Abstimmung über die Finanzordnung schaffte es hingegen nicht annähernd in die Top 10.

Ähnlich wie die SRG handelt es sich bei der Post und insbesondere bei der Postauto AG um eine altehrwürdige Schweizer Institution, die sich ungewohnten Turbulenzen ausgesetzt sieht. Der mediale Diskurs war sehr stark personalisiert: Konzernleiterin Susanne Ruoff war die mit Abstand wichtigste Akteurin und stand äusserst stark in der Kritik. Ein weiteres wichtiges Thema mit Schweiz-Bezug waren zudem erneut die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU.

Verschiedenste aussenpolitische Schauplätze

Wie bereits in Frankreich, Deutschland und Österreich erzeugten die Wahlen im Nachbarland Italien viel Medienresonanz. Im EU-Gründungsmitglied Italien wurde die Parteienlandschaft gehörig durcheinandergewirbelt. Ein starker Fokus lag auf der Person von Silvio Berlusconi. So schrieb „Le Matin“ pointiert: „Le grand retour de Berlusconi“ (23.2, S. 25). Die Rückkehr des „Cavaliere“ dominierte die Berichterstattung über die Wahlen geradezu: Die Kandidierenden der anderen grossen Parteien wurden viel weniger, diejenigen kleinerer Wahlbündnisse überhaupt nicht erwähnt.

Ein weiteres wichtiges aussenpolitisches Thema war der Bürgerkrieg in Syrien. Über den Konflikt wird seit seiner Entstehung permanent berichtet. Jedoch war er im letzten Jahr etwas aus den Schlagzeilen geraten. Über die aktuellen Angriffe auf Ost-Ghuta und die damit verbundene humanitäre Katastrophe wird aber in den Schweizer Medien wieder viel berichtet.

Eher zu Beginn des Monats sorgten die weltweiten Einbrüche an den Börsen für viel Resonanz. Die Aufmerksamkeit flachte jedoch ab, sobald klar wurde, dass der Crash eher eine kurzfristige Korrektur der Börsen war und kein Beginn einer grossen Krise. Ein Ereignis, das in der französischsprachigen Schweiz wesentlich mehr Resonanz erhielt als in der Deutschschweiz, waren die Vergewaltigungsvorwürfe an die Adresse des Islamwissenschaftlers Tariq Ramadan.