Medienagenda - Themen im Juli 2017

Wie im Vorjahr wird die Berichterstattung im Sommer von zahlreichen Sportereignissen geprägt. Wichtigstes Ereignis war im Juli das Tennisturnier in Wimbledon, welches insbesondere durch den Sieg Roger Federers sehr viel Resonanz erhielt. Innerhalb der Politikberichterstattung überwogen zwar Themen aus dem Ausland, die Bundesratsersatzwahl war aber dennoch Thema Nr. 1. Neben Ignazio Cassis konnten sich im Juli Jacqueline de Quattro und Isabelle Moret als Kandidatinnen etablieren: Sie erhielten im Vergleich zum Vormonat deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Sportthemen füllen das Sommerloch

Der Juli 2017 zeigt, was bereits im Jahr zuvor auffällig war: Sportereignisse sind im Sommer nicht nur zahlreich, sie generieren dann auch besonders viel Resonanz. Im Vergleich zum Juni hat der Anteil der Sportberichterstattung innerhalb der Top 50-Themen um 12 Prozent zugenommen, vor allem auf Kosten der Politik (vgl. Abb. 2).

Stärker als sonst prägten Sportereignisse auch die Top 10: Dank des Sieges von Roger Federer ist das Tennis-Turnier von Wimbledon das Top-Ereignis des Monats. Im Verlaufe des Turniers hat sich eine wahre Federer-Euphorie entwickelt, die ihren Höhepunkt nach dessen Finalsieg fand. "King Roger, wir verneigen uns", titelte die Gratiszeitung 20 Minuten beispielsweise (17.07.17).

Ebenfalls Eingang in die Top 10 fanden die Tour de France (Rang 4) und die Frauen-Fussball-Europameisterschaft in den Niederlanden (Rang 9). Es ist das erste Mal seit der regelmässigen Publikation dieser Analyse, dass ein Thema aus dem Bereich Frauensport in den Top 10 auftaucht. Damit widerspiegelt sich dessen wachsende Beachtung auch in der Medienagenda. 

Die Bundesratswahl als Politikthema Nr. 1

Auf Rang 2 der Themenhierarchie rangieren im Juli die Bundesratsersatzwahlen. Das Feld möglicher Kandidatinnen und Kandidaten konkretisiert sich langsam, die Aufmerksamkeit der Medien konzentriert sich stärker als im Juni auf wenige Personen. Am meisten im Fokus stand erneut Ignazio Cassis, der Anfang Monat von der Tessiner FDP offiziell nominiert wurde (vgl. Abb. 3). Erfolgreich positioniert hat sich im Juli die Frauen-Fraktion der Romandie: Waren Jacqueline De Quattro und Isabelle Moret im Vormonat eher unter „ferner liefen“ zu finden, so haben sie sich mittlerweile zur meist beachteten Konkurrenz für Cassis entwickelt. Dahinter lichten sich die Reihen: Andere Kandidierende haben es schwer, Aufmerksamkeit zu bekommen. Eine Ausnahme bildet Laura Sadis: Ihre Resonanz ist im Juli leicht gestiegen, obwohl sie von der Tessiner FDP nicht nominiert wurde. Sadis wird als mögliche Sprengkandidatin gehandelt.

Zahlreiche Politikthemen aus dem Ausland prägten den Juli

Im Vergleich zum Juni hat der Anteil der Auslandsberichterstattung innerhalb der Top 50-Themen stark zugenommen: 66 Prozent der Medienbeiträge thematisierten Ereignisse aus dem Ausland, 15 Prozent mehr als im Vormonat. Neben den erwähnten Sportereignissen wurden insbesondere Politikthemen resonanzstark thematisiert.

Der G20-Gipfel in Hamburg erhielt davon am meisten Aufmerksamkeit: Protestaktionen und insbesondere die Krawalle standen stark im Fokus der Berichterstattung (Rang 3). Die Türkei und die Regierung Erdogan waren vor allem deshalb ein Thema, weil sich der gescheiterte Putschversuch im Juli gejährt hatte (Rang 6). Er war Anlass zu diversen Analysen der politischen Entwicklungen in der Türkei. In den Top 10 rangiert auch die Regierung Trump, die mit den erneuten Personalrochaden für Aufmerksamkeit sorgte (Rang 5). Mit der Flüchtlingskrise (Rang 9) und dem IS-Konflikt (Rang 10) befinden sich des Weiteren zwei Dauerbrenner in den Top 10. Komplettiert wird die Medienagenda durch ein Ereignis aus dem Bereich Human Interest: Die Kettensäge-Attacke von Schaffhausen (Rang 7).