Medienagenda - Themen im Juni 2017

Neben dem Kantonswechsel Moutiers und der Bundesratsersatzwahl sorgten im Juni Ereignisse aus Frankreich und Grossbritannien für viel Medienresonanz. Zum einen wurde umfassend über die Parlamentswahlen in diesen Ländern berichtet, zum anderen sorgten der Terroranschlag und der Brand des Grenfell Towers in London für kurzfristige Aufmerksamkeit. Insgesamt präsentiert sich die Medienagenda vom Juni ausgeglichener als die letzten Monate. Sehr dominant thematisierte Ereignisse wie zuletzt die französischen Präsidentschaftswahlen gab es im Juni nicht.

«Mouxit» in der Suisse romande im Fokus

Die Abstimmung über den Kantonswechsel Moutiers von Bern nach Jura sorgte insbesondere in der Medienarena der Suisse romande für viel Berichterstattung (Rang 2). Über kein Inlandereignis wurde umfassender berichtet. Die Stimmberechtigten der bernjurassischen Gemeinde haben am 18. Juni bei einer Stimmbeteiligung von sehr hohen 88 Prozent beschlossen, sich dem Kanton Jura anzuschliessen. 

Nachdem Didier Burkhalter seinen Rücktritt per Ende Oktober bekanntgab, begannen die Spekulationen um seine Nachfolge medienübergreifend bereits am Folgetag (Rang 3). Zu den Favoriten gehört aller Voraussicht nach der Tessiner Arzt und FDP-Fraktionspräsident Ignazio Cassis. Er wäre der erste Tessiner Bundesrat seit 1999.

London als Brennpunkt des Monats

Gleich zwei tragische Ereignisse aus der britischen Hauptstadt rangieren im Juni in den Top 10. Zum einen der schwere Terroranschlag vom 3. Juni, der dritte in Grossbritannien in drei Monaten (Rang 8), und zum anderen der Brand des Grenfell Tower (Rang 10). Am 14. Juni war das 24-stöckige Gebäude in West-London durch einen defekten Kühlschrank in Brand geraten, 80 Menschen starben in der Folge.

Dazwischen fand die britische Unterhauswahl statt (Rang 4). Diese bescherte der amtierenden Premierministerin Theresa May eine bittere Niederlage. Ihre Partei hat im Parlament die absolute Mehrheit und damit die Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen mit der EU, die in der zweiten Monatshälfte in Angriff genommen wurden, verloren.

Tennis und Wahlen in Frankreich

Besser als Theresa May erging es Emmanuel Macron in Frankreich. Seine Partei «La République en marche» hat nach den Präsidentschaftswahlen auch bei den Parlamentswahlen (Rang 1) einen grossen Erfolg feiern können. Macron, «Europas neue Lichtgestalt» (Tages-Anzeiger, 23. Juni 2017), verfügt in der Nationalversammlung neu über die absolute Mehrheit.  In der zweiten Monatshälfte sorgte der Rücktritt mehrerer Kabinettsmitglieder und die Neubesetzung der Posten für Furore (Rang 7). Dennoch stand im Juni nicht Macron oder May, sondern US-Präsident Donald Trump am stärksten im Fokus der Medien: Kein Akteur generierte mehr Nennungen als er. Für Aufruhr sorgte insbesondere sein Entschluss, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen werde (Rang 6).

Mit dem Grand Slam Tennis-Turnier von Roland Garros rangiert ein drittes französisches Ereignis in den Top 10 des Monats (Rang 5). Das Traditionsturnier sorgte auch aufgrund der Erfolge von Stanislas Wawrinka (Final) und Timea Bacsinszky (Halbfinal) für viel Berichterstattung.

Poststellen-Abbau konkretisiert sich

Bis 2020 sollen nur noch 800 bis 900 von heute 1250 Poststellen bestehen bleiben. Besonders rasant zeigt sich der Abbau der Post im Kanton Luzern: Ein Drittel der Poststellen verschwindet. Diese Meldung hat der Post ungewohnt viel Berichterstattung verschafft (Rang 9).