Medienagenda - Themen im März 2018

Wichtigstes Thema im März war der Fall um den vergifteten russischen Ex-Agenten Sergei Skripal. Ebenfalls viel Resonanz erhielten die Wahlen in Italien und Russland. Anders als in anderen Monaten, als jeweils ein einzelnes Thema dominierte, präsentiert sich die Medienagenda im März ausgeglichen.

Blick ins Ausland

Im März wurde viel über Ausland-Themen berichtet. Das wichtigste Thema des Monats war der Fall Sergei Skripal. Die Vergiftung des Ex-Agenten und seiner Tochter warf grosse mediale Wellen, insbesondere auch, weil der Vorfall auf der diplomatischen Ebene zu anhaltender Verstimmung zwischen Russland und Grossbritannien geführt hat. Es wurden Vergleiche gezogen zu den Zeiten des kalten Krieges, als Agenten-Storys präsenter waren als heutzutage. Dabei wurde verschiedentlich die Befürchtung geäussert, dass auch die bilateralen Beziehungen zwischen Grossbritannien und Russland auf ein ähnliches Niveau wie zu damaligen Zeiten absinken könnten.

In den Medien präsent waren zwei Wahlgänge mit unterschiedlichem Charakter: In Italien sorgten die Stimmengewinne von den Protestparteien für viel Berichterstattung. Während vor den Wahlen noch Silvio Berlusconi der meistthematisierte Akteur war, war dies im März Matteo Salvini, der Spitzenkandidat des Rechtsbündnisses. Ebenfalls stark im Fokus standen nebst Berlusconi der eigentliche Wahlsieger Luigi Di Maio sowie Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi. Kandidierende von kleineren Parteien wurden im März konsequent ignoriert.

In Russland hingegen lagen die Dinge einfacher:  Der Sieg von Amtsinhaber Wladimir Putin stand zu keinem Zeitpunkt in Frage. Im Fokus standen daher weniger die Wahlergebnisse, sondern die generelle Richtung der politischen Entwicklung in Russland. Dennoch gab es eine nennenswerte Anzahl an Berichten über mögliche oder vermeintliche Akteure der Opposition. Alex Nawalny, dem die Teilnahme an der Wahl verweigert wurde, wurde als tatsächlicher Oppositioneller wahrgenommen und war nebst Putin der meistgenannte Akteur. Xenija Sobtschak sowie der letztlich zweitplatzierte Pawel Grudinin wurden in den Medien eher als Kandidierende gesehen, die letztlich das System Putin stützten.

Auch um Wahlen, jedoch in einem anderen Sinne, ging es bei dem Skandal um Cambridge Analytica. Die Firma hatte mit Facebook-Daten offenbar gezielt versucht, Wahlen zu beeinflussen, so unter anderem die US-Wahl 2016. Die Berichterstattung und die Skandalisierung der Ereignisse verlagerte sich jedoch bald hin zu Facebook und dessen Umgang mit Daten im Allgemeinen.

Zur Vielfalt an Ausland-Berichterstattung trugen zwei weitere Themen bei: Donald Trump war einmal mehr Thema im März. Seine Wirtschaftspolitik, insbesondere die Strafzölle, liessen in diversen Medien Befürchtungen aufkommen: So fand sich in der wirtschaftsaffinen NZZ die Überschrift: «Trump riskiert einen Handelskrieg» (NZZ vom 3.3., S.30). Sie traf damit den allgemeinen Tonfall der Berichte recht treffend. Zuletzt stand Carles Puigdemont im Fokus: Der katalanische Politiker wurde in Deutschland verhaftet, der darauffolgende Auslieferungsprozess generierte viel Resonanz.

Raiffeisen und Post mit Negativschlagzeilen

Waren es im Februar die SRG und die Post, die sich starkem Gegenwind ausgesetzt sahen, so kam mittlerweile eine weitere Institution dazu: Die Raiffeisen-Bank gehört zwar nicht zum Bereich Service-Public, doch sie stand als Genossenschaftsbank bisher für Stabilität und Sicherheit. Nebst des bekannten und nun verhafteten Ex-Vorsitzenden Pierin Vincenz stand mit der Zeit immer mehr das aktuelle Raiffeisen-Personal um CEO Patrik Gisel in der Kritik.

Die SRG kommt derweil nicht aus den Schlagzeilen: Noch wird weiter diskutiert, wie die SRG aussehen soll und ob die Gebühreneinnahmen nicht doch gekürzt werden sollten. Und auch die Aufmerksamkeit für den Postauto-Skandal ebbt nicht wirklich ab: Die internen Untersuchungen vermochten in der Medienlandschaft nicht zu überzeugen, sodass die Post weiterhin stark in der Kritik stand.