Medienagenda - Themen im Mai 2017

Die Anzahl neuer Themen auf der Agenda war seit der regelmässigen Publikation der Analyse im Oktober 2013 in keinem Monat höher. Mit dem Terroranschlag von Manchester, der Bildung der neuen Regierung in Frankreich, dem Schweizer Fussball-Cup und dem Hackerangriff WannaCry rangieren gleich vier neue Themen in den Top 10. Auch das Filmfestival Cannes und die Spionageaffäre um Daniel M. generierten sehr viel mehr Resonanz als im Vormonat. Die Agenda ist somit durch starke Veränderungen geprägt. Keine Verschiebung gibt es aber an der Spitze: Die französischen Präsidentschaftswahlen waren erneut das Top-Thema.

Erneut viel Berichterstattung über Macron und Trump

Die französischen Präsidentschaftswahlen fanden in der Schweizer Medienöffentlichkeit sehr viel Beachtung.  Wie im April war der siegreiche Kandidat Emmanuel Macron der resonanzstärkste Akteur des Monats: Er generierte insgesamt 1451 Nennungen und stand damit noch stärker im Fokus als zuletzt. Die Bildung der neuen Regierung belegt auf der Medienagenda Rang 6 und fand insbesondere im Le Temps hohe Beachtung.

Neben Emmanuel Macron erhielt auch Donald Trump wieder sehr viel Medienaufmerksamkeit. Er war der Akteur mit den zweitmeisten Nennungen und stand vor allem im Zuge seiner ersten Auslandreise (Rang 7), aber auch im Kontext der Russlandaffäre und der Absetzung von FBI-Chef James Comey im Fokus.  

Auf Rang 3 der Medienagenda befindet sich das Attentat von Manchester. Während die Resonanz für einzelne Terroranschläge in den letzten Monaten tendenziell etwas zurückging – die Attentate von Stockholm und St. Petersburg erhielten deutlich weniger Resonanz – sorgte der Anschlag in Manchester mitunter aufgrund der beteiligten Musikprominenz für mehr Aufmerksamkeit.

Energiestrategie und Wahlen in der Waadt

Innenpolitisch generierten Ereignisse mit Bezug zum Abstimmungs- und Wahltag vom 21. Mai viel Medienresonanz. Die einzige nationale Vorlage, jene zur Energiestrategie 2050 (Rang 2), erhielt wenig erstaunlich am meisten öffentliche Aufmerksamkeit. Der Vergleich mit früheren energiepolitischen Abstimmungsvorlagen zeigt jedoch: Die Resonanz für das neue Energiegesetz war sehr hoch (vgl. Abstimmungsmonitor).

Erneut in den Top 10 rangieren auch die Staatsratswahlen im Kanton Waadt, wo im Mai der mit Spannung erwartete zweite Wahlgang stattfand (Platz 5). Mit der Spionageaffäre um Daniel M. (Rang 4) ist ein weiteres politisches Inland-Thema in den Top 10 platziert. Insbesondere der Blick berichtete sehr umfassend darüber und kommentierte bereits Anfang Monat: «Das hat das Zeug zur Staatsaffäre» (2. Mai).

Human Interest und Kultur legen zu

Das Verhältnis von Ausland- und Inlandberichterstattung ist im Vergleich zum Vormonat innerhalb der 50 wichtigsten Themen annähernd gleichgeblieben. Verschoben haben sich hingegen die Gewichte der Themenbereiche: Human Interest- und Kulturthemen wurden auf Kosten von Politik und Wirtschaft etwas wichtiger (+5% bzw. +6%). Innerhalb der Top 10 sind zwei Themen aus diesen Bereichen platziert: Das Filmfestival Cannes (Rang 9) und der Hackerangriff WannaCry (Rang 10).

Ungewohnt viel Berichterstattung generierte im Mai der Schweizer Fussball-Cup. Die Boulevardzeitungen Blick und Le Matin berichteten auf zahlreichen Sonderseiten über den Final zwischen dem FC Basel und dem FC Sion.