Medienagenda - Themen im Mai 2018

Im Mai 2018 war die Eishockey-Weltmeisterschaft in Dänemark das wichtigste Thema. Der Monat war ausserdem geprägt von der Berichterstattung über mehrere internationale Konflikte. Die Abstimmung über das Geldspielgesetz war das wichtigste Thema mit Schweiz-Bezug.

Schweizer Erfolg im Eishockey

Wie schon in den Monaten zuvor haben auch im Mai Sport-Themen die Schweizer Medienlandschaft geprägt. Die Eishockey-WM in Dänemark war das Kommunikationsereignis mit der höchsten Resonanz. Wichtigster Grund dafür war das starke Abschneiden der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Es ist sehr deutlich zu sehen, wie die Berichterstattung im Verlauf des Turniers zunahm und um den 20.Mai, dem Tag des WM-Finales, einen Höhepunkt erreichte. Nach dem Ende des Turniers gab es Analysen zum starken Schweizer Team und Berichte über den euphorischen Empfang, der den Eishockeyanern nach der Rückkehr in die Schweiz geboten wurde. Die Begeisterung über den Effort des Schweizer Teams und die ausgebrochene Schweizer Eishockey-Euphorie fasste der «Blick» mit den Worten zusammen: «Wir sind eine Scheibe!» (Blick vom 22.5, S.13).

Nebst der Eishockey-WM wurde auch über das Ende der Super-League-Saison viel berichtet. Im Fokus standen hier Rückblicke auf die Saison. Der Meistertitel der Young Boys wurde eingeordnet und es wurde spekuliert, ob die dominante Ära des FC Basel zu Ende gegangen ist.

Globale Brennpunkte

Viel Resonanz erhielten internationale Konflikte, die die Welt im Mai in Atem hielten. Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch Donald Trump hat in den Schweizer Medien Besorgnis ausgelöst. Es wurde gemeinhin befürchtet, dass sich ein neuer globaler Krisenherd entwickelt, falls das Abkommen mit dem Iran durch die verbliebenen Nationen nicht mehr aufrecht gehalten werden kann. Das Verhalten Trumps wurde über alle Medientitel hinweg als Fehler gewertet.

Der Nahost-Konflikt hat im Mai eine neue Phase der Eskalation durchlaufen, nachdem die USA ihre Botschaft nach Jerusalem verschoben haben. Wiederum kommt Donald Trump nicht gut weg. Die Verschiebung der Botschaft wurde als unnötige Provokation aufgefasst. Gegen Ende des Monats liess die mediale Aufmerksamkeit für das Thema deutlich nach.

Während Trumps Arbeit in diesen beiden Konflikten negativ bewertet wurde, sieht die Lage beim Koreakonflikt anders aus. Die Tatsache, dass sich die Lage in Korea merklich beruhigt hat und sich sogar ein Treffen zwischen Trump und Kim Jong-Un organisieren liess, brachte Trump durchaus einen gewissen Respekt ein.

Ebenfalls ein wichtiges Thema war die Regierungsbildung in Italien, da zeitweise unklar war, ob nun nochmals Neuwahlen anstehen. Mehrere Medien haben fälschlicherweise den Wirtschaftsexperten Carlo Cottarelli als neuen Ministerpräsidenten gemeldet und Analysen zu seiner kommenden Technokratenregierung veröffentlicht. Auch wurden medienübergreifend von anstehenden Neuwahlen berichtet, bevor dann klar wurde, dass doch noch eine Regierung unter Führung von Guiseppe Conte zu Stande kommt.

Abstimmungssonntag

Innenpolitisch gab der Abstimmungssonntag vom 10.Juli zu reden. Die Aufmerksamkeit war aber etwas geringer als bei anderen Abstimmungen (vgl. Abstimmungsmonitor). Das Geldspielgesetz wurde relativ intensiv diskutiert, während die Vollgeldinitiative nicht zu den 10 wichtigsten Themen des Monats gehört. Die Resonanz für beide Abstimmungen hat sich aber im durchschnittlichen Rahmen bewegt und war in keiner Weise besonders auffällig.

Vor allem in der französischsprachigen Schweiz gab eine umstrittene Reise des Genfer Staatsrates Pierre Maudet zu reden. Der prominente FDP-Politiker musste sich des Vorwurfs der Bestechlichkeit erwehren, da er nur unzureichend erklären konnte, warum er sich eine Reise nach Abu Dhabi bezahlen liess.

Ergänzt wird die Medienagenda des Monats Mai durch das Filmfestival in Cannes und durch die royale Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry.