Medienagenda - Themen im November 2017

Zum zweiten Mal im laufenden Jahr führt ein Sportereignis die Monatsagenda an: Über kein Thema wurde im November umfassender berichtet als über die bevorstehende Fussball-WM in Russland und die Qualifikation der Schweizer Nationalmannschaft. Im Kontext des ersten Schweizer Digitaltages erfuhr die Digitalisierung einen neuen Beachtungshöhepunkt. No Billag gehört über drei Monate vor der Abstimmung bereits zu den Top 10.

Spannung sorgt für Resonanz

Die Qualifikation für die Fussball-WM in Russland war in den Schweizer Medien das wichtigste Thema im November. Die beiden Barrage-Partien der Schweiz gegen Nordirland sorgten für umfassende Berichterstattung, thematisiert wurde aber auch das dramatische Scheitern Italiens. Abgesehen davon waren Sport-Themen im Vergleich zum Vormonat weniger präsent. Die Champions League auf Rang 31 war das zweitwichtigste sportliche Ereignis.

Zwei neue Politikereignisse aus dem Ausland in den Top 10

Die Koalitionsverhandlungen in Deutschland (Rang 3) waren im November das bedeutendste Politikthema aus dem Ausland. Auf Rang 5 folgt der Militärputsch gegen Robert Mugabe in Simbabwe, neben der Verurteilung von Ratko Mladic (Platz 9) das zweite neue Politikereignis aus dem Ausland in den Top 10. Das Top-Ereignis aus dem Vormonat, die angestrebte Unabhängigkeit Kataloniens, verlor deutlich an Beachtung (Rang 6). Die Inhaftierung von Vertretern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung und die mögliche Auslieferung des abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont an Spanien sorgten aber für zahlreiche Schlagzeilen.

No Billag drei Monate vor der Abstimmung bereits wichtigstes Politikthema aus dem Inland

In Anbetracht der Tatsache, dass erst am 4. März über die Initiative abgestimmt wird, war das Berichterstattungsvolumen über No Billag bereits sehr beachtlich. Besonders viel berichtet hat dabei der Blick. Unter anderem hat das Boulevardblatt die Stellungsnahmen der SRG-Mitarbeiter Stefan Hofmänner, Susanne Wille und Sabine Dahinden kritisch kommentiert: „Pleiten, Pech und Pathos“ (Blick, 18.11.2017). Die bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU, über die im Rahmen des Besuchs von EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker im dritten Monatsdrittel debattiert wurde, waren das zweitwichtigste Politikthema aus dem Inland (Rang 10).

Der Digitaltag bündelt die Aufmerksamkeit für die Digitalisierung

Am 21. November fand der erste Schweizer Digitaltag statt. Die teilweise als Partner in die Organisation involvierten Medien nahmen den Event zum Anlass, ausführlich über Chancen und Risiken der Digitalisierung zu berichten. Wie bereits in der Analyse zum dritten Quartal 2017 gezeigt wurde ist die Digitalisierung ein Trendthema, welches in letzter Zeit starke Beachtung erfährt (Platz 2).

Paradise Papers und weitere Skandale

Die Enthüllungen rund um die „Paradise Papers“, die der Tages-Anzeiger zusammen mit fast 100 weiteren Medienhäusern weltweit veröffentlicht hat, waren im November das wichtigste neue Thema und rangieren auf Platz 4. Hohe Resonanz haben auch die weiteren Enthüllungen im Kontext #MeToo erzielt (Rang 8). Neue prominente Angeschuldigte waren im November Sepp Blatter, Ed Westwick und Bill Clinton.