Top-Themen im 1. Quartal 2015

Im Kontext der Pariser Anschläge gewinnt die medial vermittelte Bedrohungswahrnehmung durch islamistischen Terror – gerade auch für die westliche Gesellschaft – weiter an Fahrt.

Die Terroranschläge in Paris, aber auch die Zuspitzung der Eurokrise sowie der Germanwings-Absturz sorgen für eine stark am Ausland orientierte und ereignisgetriebene Berichterstattung im ersten Quartal 2015.

Thema Nr. 1 mit Schweiz-Fokus ist die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB. Neben dem Entscheid werden insbesondere dessen Auswirkungen auf die Konjunktur sowie die wirtschaftspolitischen Massnahmen gegen die Frankenstärke umfangreich thematisiert.

Abbildung 1 zeigt die 20 Kommunikationsereignisse (KE), über die in den Schweizer Leitmedien am intensivsten berichtet wurde. Das Mass der Tendenz (rechte Spalte) zeigt, ob ein KEim Vergleich zum Vorquartal mehr oder weniger Resonanz erzielt. Der Wert +100 bedeutet, dass das KE im aktuellen Quartal neu entstanden ist.

Thematische Präferenzen der Leitmedien

Die Deutschschweizer Leitmedien unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer thematischen Präferenzen. Betrachtet man das untenstehende Schaubild, fällt auf, dass sich auf der linken Seite mehrheitlich Ereignisse aus dem Bereich Human-Interest und Sport gruppieren. Die Berichterstattung ist hier stark durch Nachrichtenwerte gesteuert. Rechts positionieren sich hingegen Hardnews-Themen mit Prozesscharakter. Die horizontale Achse zeigt somit eine von links nach rechts ansteigende Themenqualität an.

Abbildung 2 zeigt, welche Kommunikationsereignisse (KE) in einem Medium übervertreten sind. Je näher ein KE an der Verbindungslinie eines Mediums zum Mittelpunkt liegt, desto stärker wird es von diesem Medium bewirtschaftet (bspw. Wechselkurspolitik SNB / Blick). Je näher ein KE bei einem Medium liegt, desto exklusiver wird es von diesem Medium bewirtschaftet (bspw. Sex-Skandal Zug / Blick). Die Datengrundlage bildet die Häufigkeitsauszählung aller KE, die in mindestens einem der Medien unter den Top-5 zu finden war. Die Blasengrössen zeigen die absoluten Beitragsanzahlen.

BEWERTUNG DES THEMENSPEKTRUMS. Auf der linken Seite gruppieren sich kurzfristige Themen und Ereignisse aus den Bereichen Human-Interest und Sport in der Nähe der Gratis- und Boulevardpresse. Langfristigere Themen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft positionieren sich hingegen auf der rechten Seite der Grafik in der Nähe der überregionalen Pressetitel.

SPORT UND KONSUM IM BLICK. Der Einaufstourismus (z.B. „Die Mülltouristen“, 24. April), aber auch die beiden Sportereignisse (Transferkarussell FC Basel und Stanislas Wawrinka) werden beinahe exklusiv vom Boulevard thematisiert. Weniger exklusiv aber deutlich übervertre-ten sind die beiden Themen mit besonders grosser Skandalisierungsintensität (Kasachstan-Affäre, FIFA-Korruptionsskandal)

20 MINUTEN ORIENTIERT SICH AM PUBLIKUM. Unterhaltungszentrierte und auf Nutzerbedürfnisse ausgerich-tete Themen werden hier prominent behandelt (Die Bachelorette; Apple: Produkte & Anwendungen). The-men der aktuellen Politikagenda spielen eine unterge-ordnete Rolle.

NZZ GARANTIERT REFLEXION ÜBER POLITIK UND WIRT-SCHAFT. Mit der Eurokrise, den Entwicklungen an den Börsen und der Rückschau auf den zweiten Weltkrieg schenkt die NZZ reflexiven Themen viel mehr Gewicht als andere Medien.

TAGES-ANZEIGER BLEIBT SEINER FORUMSROLLE TREU. Die überregionale Forumszeitung versucht ein möglichst breites Themenspektrum abzudecken. Demzufolge zeigt sich keine deutliche Schwerpunktsetzung. Am prominen-testen werden politische Themen wie die Eidgenössi-schen sowie Zürcher Wahlen von kommendem Herbst behandelt.

Den ausführlichen Bericht lesen:

Quartalsagenda 2/2015 (PDF, 384 KB)