Medienkonzentration in der Schweiz

Aus der Region und auf die Region

Der folgende Text ist ein Auszug aus einem Beitrag der Schaffhauser Nachrichten, der am 1. April 2021 erschienen ist.

Die Coronapandemie hat deutlich vor Augen geführt, dass die Schweiz föderalistisch organisiert ist. Ob Impfungen, Schutzmassnahmen oder die Spitäler: Die Kantone spielen bei der Umsetzung der Massnahmen gegen die Pandemie eine tragende Rolle. Entsprechend wichtig ist, dass die regionale Perspektive auch in Medien ausreichende Berücksichtigung findet. Die Umsetzung kantonaler Massnahmen soll einerseits kritisch diskutiert und hinterfragt werden. Andererseits müssen Massnahmen auch erklärt und eingeordnet werden, insbesondere dann, wenn es kantonale Unterschiede gibt.

Solche Medienleistungen an der Schnittstelle zwischen regionalen und nationalen Themen sind durch die zunehmende Medienkonzentration gefährdet. Wenige Medienhäuser mit Hauptsitz in Zürich oder Aarau besitzen mittlerweile einen grossen Teil der Medien von kantonaler Bedeutung. Zusätzlich werden die verschiedenen Zeitungen und Onlinemedien von Zentralredaktionen mit identischen Inhalten beliefert. Folge daraus ist eine sinkende Vielfalt der Themen und Perspektiven im schweizerischen Medienmarkt.

Vielen Leserinnen und Lesern bleibt die wachsende Medienkonzentration verborgen. Denn die Medientitel werden als eigenständige Einheiten weiterbetrieben, obwohl ihre Inhalte zunehmend ähnlicher werden. Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich hat für das Medienqualitätsrating MQR-20 diese Entwicklung untersucht. Die Studie zeigt, dass im Pressemarkt jeder fünfte Beitrag (21 Prozent) geteilt wird, also in mindestens zwei verschiedenen Zeitungen erscheint. In der Berichterstattung zu nationaler Politik sind es sogar 41 Prozent der Beiträge. Beides mit steigender Tendenz. 

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