Medienagenda – Themen im August 2016

 Die mediale Berichterstattung im August 2016 war geprägt von einem dominanten Thema: Den Olympischen Spielen in Brasilien. Ebenfalls in die Kategorie Sport fällt das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-lac, das im August neu in der Medienagenda auftaucht. 

Das Erdbeben vom 24. August in Italien, das in und um die Gemeinden Amatrice und Accumoli viel Schaden angerichtet hat, ist das zweite Thema, das neu in den Top 10 zu finden ist. Nachdem im Juli kein Asylthema ganz vorne in der Rangliste der Medienagenda zu finden war, tauchen nun im August die Themen Asylpolitik Schweiz, Integrationspolitik Schweiz und die Flüchtlingskrise in Europa wieder auf.

Auf die Fussball-EM folgen die Olympischen Spiele

Kein anderes Ereignis hat annähernd so viel mediale Resonanz erhalten wie die Olympischen Spiele in Brasilien. Auch der Vergleich mit anderen Monaten zeigt: Es gab selten zuvor so viel Berichterstattung über ein einzelnes Thema. Die Olympischen Spiele wurden von einigen Medien auch zum Anlass genommen, über Brasilien als Austragungsort und die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft im Allgemeinen zu reflektieren.

Die Olympiade war aber nicht das einzige Sportereignis, von dem im August zu lesen, zu hören und zu sehen war: Auch das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest erhielt viel Aufmerksamkeit. Artikel über den Austragungsort und die Organisation des Festes (Le Matin vom 27.08.2016), Einschätzungen zu den Chancen der Favoriten (NZZ vom 26.08.2016), dem Verhältnis der Romands zur Sportart Schwingen (Tagesschau vom 27.08.2016) bis hin zu Lebensläufen einzelner Schwinger (TA vom 27.08.2016) machten die umfassende Berichterstattung über den Anlass aus.

Asyl- und Migrationspolitik zurück im Fokus

Haben noch im Juli Asyl- und Migrationsthemen das erste Mal seit langem in der Top 10 der Medienagenda gefehlt, so ist im August wieder alles beim alten: Die Asylpolitik der Schweiz ist auf Rang 2, die Integrationspolitik der Schweiz auf Rang 10 und die europäische Flüchtlingskrise auf Rang 8 platziert. Während in Sachen Integrationspolitik vor allem über ein mögliches Burkaverbot diskutiert wurde, war zur Schweizer Asylpolitik insbesondere das Flüchtlingscamp in Como häufiger Anlass für Berichte: Dass mit den Flüchtlingen an der Schweizer Grenze die grosse Weltpolitik an die Tür der Schweiz klopft, hat in der Öffentlichkeit für einige Aufregung gesorgt. Nebst dem Schwingfest in Estavayer waren das die einzigen Themen mit direktem Schweiz-Bezug.

Internationale Krisenherde

Wie vor allem im ersten Quartal des Jahres 2016 war im August der Bürgerkrieg in Syrien wieder sehr präsent. Die undurchsichtigen, komplizierten Konfliktlinien, ständig neu endstehende Kriegsschauplätze und die dürftige Informationslage spiegeln sich auch in der Berichterstattung wieder, die alles andere als übersichtlich und einheitlich ist. Wiederkehrendes Thema ist die katastrophale humanitäre Situation im Allgemeinen, insbesondere aber in Aleppo, welches nun seit geraumer Zeit von Kriegshandlungen betroffen ist.

Auch über den Kampf gegen den IS wurde weiterhin berichtet, dieses Thema ist auf Rang 9 zu finden. Anders als zu Beginn des Konflikts stand die Terrororganisation an sich etwas weniger als auch schon im Mittelpunkt, in gewisser Weise ist eine Art Gewöhnungseffekt an die grausame Vorgehensweise auszumachen. Häufiger sind nun aber Berichte über Gebietsverluste oder sonstige Niederlagen des IS zu finden.

Ebenfalls im Fokus ist die innenpolitische Situation in der Türkei. Zwar ist die Berichterstattung seit dem Putschversuch rückläufig, aber gerade die exponierte Lage der Türkei als Puffer zu den Brandherden im Nahen Osten führt wohl dazu, dass nach wie vor prominent über das Land berichtet wird.

Parallele Entwicklung der Krisen- und Asylthemen

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass sich die Resonanz für Asylthemen parallel zu derjenigen von den Krisenherden im Nahen Osten bewegt. Eine Entwicklung, die schon seit einiger Zeit zu beobachten ist: Bereits seit 2015 liegen die Diskurse immer relativ nahe beieinander, nicht selten befinden sich mindestens drei der vier Themen Asylpolitik Schweiz, Flüchtlingskrise Europa sowie der IS-Konflikt und der Bürgerkrieg in Syrien gemeinsam in den Top 10; so auch in diesem August. Anders im Juli, als sie gemeinsam vollständig aus den oberen Rängen verschwunden sind.

US-Wahlen als Konstante

Prominent berichtet wurde auch über das Erdbeben in Italien vom 24. August. Nebst den Beiträgen über die direkten Auswirkungen des Bebens waren auch allfällige Versäumnisse der Politik nach dem Erdbeben 2009 in L’Aquila ein Thema: Insbesondere die Bauweise von Gebäuden, die sich als nicht genug stabil erwiesen haben, war Gegenstand von Diskussionen.

Eine relativ stabile Menge an Aufmerksamkeit generieren die Präsidentschaftswahlen in den USA, die trotz leicht rückläufiger Resonanz auf Platz 6 der Rangliste zu finden sind. Im August gab es diesbezüglich keine besonderen, treibenden Ereignisse. Die These, dass der Wahlkampf am Wochenende vor dem Labour-Day (in diesem Jahr am 05.09.2016) so richtig lanciert wird, wird sich mit der Monatsagenda für den September gut bewerten lassen.