Medienagenda – Themen im Januar 2017

Der Januar stand ganz im Zeichen der Amtseinführung von Donald Trump. Das Thema dominierte die Berichterstattung von A bis Z. Daneben hat vor allem die Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform III viel Aufmerksamkeit erzielt.

Trump: ein Medienereignis

Die Medienaufmerksamkeit für Donald Trump nimmt kein Ende. 213 Beiträge wurden im Januar zur Regierung Trump veröffentlicht, und mit 1‘640 Nennungen ist Trump auch wieder der meistgezählte „Begriff“ des Monats.

Nicht nur im Zuge seiner Amtseinführung wurde viel berichtet: Auch danach fand fast jeden Tag eine Äusserung, ein Tweet oder ein neues Dekret Wiederhall in der Schweizer Medienarena. Teilweise wurde diese Flut an Trump-News sogar institutionalisiert: So gibt es beim Blick eine Rubrik namens „Der tägliche Trump“. Auch über den Widerstand gegen Trump wird berichtet, seien es Demonstrationen oder aber Widerstand aus den Institutionen der USA. Dabei nicht berücksichtigt sind Themen wie das transpazifische Abkommen TPP oder die bilateralen Beziehungen zu Mexiko, über die „im Sog“ von Trump ebenfalls berichtet wurde, auch wenn sie es nicht in die Top-10 geschafft haben.

Unternehmenssteuerreform III als prägendes innenpolitisches Thema

Trotz der Dominanz der Berichterstattung um Trump hat auch ein innenpolitisches Thema beachtliche Resonanz erhalten: Die Unternehmenssteuerreform (USR III). Besonders der Vergleich zu den anderen Abstimmungsthemen des Abstimmungssonntages am 12.2.2017 ist eindrücklich (vgl. Abstimmungsmonitor). Die Vorlage zur erleichterten Einbürgerung belegt Rang 11, diejenige zum Strassenfonds NAF Rang 21. Die Debatte zur USR III wird kontrovers geführt. Bestes Beispiel hierfür ist die Intervention der Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf: Sowohl ihre Warnungen betreffend der Reform als auch die darauffolgenden Gegenreaktionen wurden breit diskutiert.

Weiterhin in den Top 10 befindet sich auch die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative (Rang 5) und die Debatte um die Energiepolitik der Schweiz (Rang 8). Ersteres wurde unter anderem deshalb verhandelt, weil nun gegen den Vorschlag des Parlamentes zur Umsetzung eine kleine Gruppe überraschend ein Referendum angekündigt hat. Letzteres rückte wegen der nahenden Debatte um die Energiestrategie 2050 wieder in den Fokus.

Ebenfalls ein wichtiges Schweiz-Thema war natürlich das Word Economic Forum 2017 in Davos, auch wenn hier der internationale Bezug eine zentrale Rolle spielte. Trotz einzelner Storys über überrissene Preise in Davos lag der Fokus aber klar auf den prominenten Gästen; insbesondere die Eröffnungsrede des Chinesischen Präsidenten  Xi Jinping wurde viel beachtet.

 „Goodnews“ zu „King Federer“

Obwohl v.a. negative Nachrichten die Schlagzeilen prägen, setzen Sportevents vereinzelt ein Gegengewicht: Der Sieg von Roger Federer am Australian Open gehört für die Schweizer Medien ganz eindeutig in die Kategorie „Good News“. Interessant dabei ist vor allem der Verlauf der Berichterstattung über das Turnier hinweg: Erschienen anfangs noch Zurückhaltung und gedämpfte Erwartungen angemessen, so wichen diese nach und nach einer immer grösseren Begeisterung für die Leistung von Federer, die schliesslich in purer Euphorie mündete. „Sein schönster Sieg!“ meinte der Blick (30.1.2017, S. 2), während der Tagesanzeiger seine Begeisterung ganz schlicht ausdrückte: „18“ (30.1.2017, S.1) war auf der Titelseite in Anspielung auf Federers 18. gewonnenen Grand-Slam Titel in Riesenlettern zu lesen.

Viel Raum für Aussenpolitik

Zur Kategorie „Bad News“ hingegen zählten erneut zahlreiche Auslands-Themen. Auf Rang 6 befindet sich trotz nachlassender Resonanz der Syrische Bürgerkrieg. Einen Schlüsselanlass gab es hierzu in diesem Monat nicht, vielmehr scheint der Krieg ein ständiges, trauriges, „Nachrichtenrauschen“ zu erzeugen: Berichte über Allianzen, Kampfhandlungen und Gesprächsversuche wechseln sich regelmässig ab.

Auch die bevorstehende französische Präsidentschaftswahl bekommt konstant viel Aufmerksamkeit. In diesem Monat waren es nun die Vorwahlen der Sozialistischen Partei, über die berichtet wurde. Auch wenn der Kandidat der Partei, Benoit Hamon besonders in der Deutschschweizer Medienlandschaft nicht besonders gut ankam, bestätigte sich dennoch, dass Vorwahlen ein geeignetes Mittel sind, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die deutschen Bundestagswahlen finden sich auf Platz 22, Tendenz steigend. Es wird sich zeigen, ob der Hype um den sozialdemokratischen Kandidaten Martin Schulz das Thema noch weiter nach vorne katapultieren wird.

Schliesslich taucht nach langem auch wieder der Brexit ganz vorne in der Rangliste auf (Rang 10). Dies aufgrund einer neuen Hürde, die im Austrittsverfahren genommen wurde: Premierministerin May offenbarte in einer Grundsatzrede ihre zwölf Ziele für die Austrittsverhandlungen.  

Obwohl der er Terroranschlag vom vergangenen Dezember in Berlin schon eine Weile her ist, fand das Thema nochmals den Weg in die Top 10, da die Ermittler unter anderem eine Spur in die Schweiz verfolgt hatten, was von den Medien prompt aufgegriffen wurde.