Medienagenda – Themen im März 2016

Die Flüchtlingskrise und der Terroranschlag in Brüssel sorgten im März für die meisten Schlagzeilen. Dagegen verzeichneten die Präsidentschaftswahlen in den USA und der Bürgerkrieg in Syrien deutlich weniger Resonanz.

Die Flüchtlingskrise zurück auf Rang 1

Seit nunmehr einem Jahr beschäftigt sich die Schweizer Medienöffentlichkeit intensiv mit der europäischen Flüchtlingskrise. Ein verheerendes Bootsunglück hat die Thematik im April 2015 ins Zentrum des öffentlichen Interessens gerückt. Aktuell rangiert die Flüchtlingskrise erstmals seit September wieder auf Platz 1. Grund für die sehr umfangreiche Berichterstattung war insbesondere der auf dem Flüchtlingsgipfel zwischen der EU und der Türkei ausgehandelte Deal, wonach ab sofort alle Flüchtlinge, die über die Türkei die griechischen Inseln erreichen, umgehend zurückgeschickt werden sollen. Im Gegenzug wollen die EU-Staaten im Rahmen eines legalen Einreiseprogramms für jeden zurückgenommenen Syrer einen anderen Syrer aus der Türkei aufnehmen.

Viel berichtet wurde im Rahmen der Flüchtlingskrise zudem über die chaotischen Zustände in Griechenland. Im Fokus steht insbesondere der Grenzort Idomeni. Hier hat sich die Situation aufgrund der Grenzschliessung zu Mazedonien dramatisch zugespitzt. Vor allem die Nachrichtensendungen Le Journal, Tagesschau und Rendez-vous haben der Flüchtlingsthematik im März viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Weniger Resonanz für die Brüsseler als für die Pariser Anschläge

Die Terroranschläge in Brüssel vom 22. März rangieren auf Platz 2 der Monatsagenda. Die Resonanz war im Vergleich mit den Anschlägen von Paris vom Januar und November 2015 geringer. Während das Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo das mit Abstand resonanzstärkste Monatsthema war und auch der Anschlag im November die Medienagenda mit reichlich Abstand zu den übrigen Themen anführte, wurde über die Vorgänge in Brüssel nicht so stark berichtet.

Erneuter Fokus auf Politikthemen aus dem Ausland

Mit den US-Präsidentschaftswahlen (Rang 3), dem Syrischen Bürgerkrieg (Rang 4), dem IS-Konflikt (Rang 8), der Öffnung Kubas (Rang 9) und den Landtagswahlen in Deutschland (Rang 10) sind neben der Flüchtlingskrise und dem Terroranschlag in Brüssel fünf weitere politische Themen aus dem Ausland in der Top 10 des Monats vertreten. Damit liegt der Fokus der Berichterstattung wie im Februar auf internationalen Politikthemen. 

Die Ereignisse aus der Schweiz: Mordprozess im Fall Marie, Unternehmenssteuerreform und Asylpolitik

Komplettiert wird die Medienagenda im März mit drei Themen aus der Schweiz. Erstens wurde der Prozess gegen Claude Dubois, den mutmasslichen Mörder der 2013 verstorbenen Marie S., insbesondere von den Medien der Suisse romande sehr resonanzstark thematisiert (Rang 5). Zweitens hat die im März im Nationalrat debattierte Unternehmenssteuerreform III für viel Berichterstattung gesorgt (Rang 7). Und drittens wurde vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise auch im vergangenen Monat wieder umfassend über die Schweizer Asylpolitik berichtet (Rang 6). In den nächsten Monaten wird die Berichterstattung darüber tendenziell noch zunehmen, da im Juni die eidgenössische Abstimmung zum Asylgesetzreferendum ansteht. Von den weiteren Abstimmungsvorlagen haben im März auch die Milchkuh-Initiative "Für eine faire Verkehrsfinanzierung" (Rang 25) und die Volksinitiative "Für ein bedingungsloses Grundeinkommen" (Rang 42) für beachtliche Medienresonanz gesorgt, während das Referendum zum Fortpflanzungsmedizingesetz und die Volksinitiative "Pro Service Public" noch kaum öffentlich debattiert wurden.