Medienagenda – Themen im Mai 2016

Drei der fünf eidgenössischen Vorlagen vom 5. Juni rangieren im Mai unter den Top 10 der bedeutendsten Schweizer Medienthemen. Angeführt wird die Medienagenda von der Flüchtlingskrise in Europa. Obwohl die Thematik im Vergleich zum Vormonat leicht an Resonanz eingebüsst hat, ist das Thema in den Medien nach wie vor dominant. Erstmals seit Oktober 2015 rangiert kein neues Kommunikationsereignis in den Top 10.

Drei Abstimmungsvorlagen in den Top 10

Alle fünf eidgenössischen Abstimmungsvorlagen vom 5. Juni erzielten im Mai mehr Medienresonanz als im April und gehörten zu den zwanzig wichtigsten Themen des Monats. Die Abstimmungsvorlage zur Asylgesetzrevision belegt Rang 3 der Medienagenda. Gleich dahinter folgt auf Rang 4 die Initiative "Für ein bedingungsloses Grundeinkommen", welche insbesondere in den Medien der Suisse romande umfassend thematisiert wurde. Die "Pro Service Public"-Initiative rangiert ebenfalls in den Top 10 (Rang 8). Auf den Plätzen 16 und 18 folgen die „Initiative für eine faire Verkehrsfinanzierung“ und die Vorlage zur Änderung des Bundesgesetzes über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung. Während der mediale Zuspruch für die Revision des Asylgesetzes und das neue Fortpflanzungsmedizingesetz insgesamt überwog, stiessen die Volksinitiativen in den Medien auf mehr Ablehnung als Zustimmung (vgl. Abstimmungsmonitor).

Vorfreude auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels

Am 1. Juni eröffneten Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und Verkehrsministerin Doris Leuthard im Beisein zahlreicher nationaler und internationaler Prominenz den Gotthard-Basistunnel. Bereits im Vorfeld der Eröffnung sorgte der 57 km lange und damit längste Tunnel der Welt im Monat Mai für umfassende Berichterstattung: Das KE dazu rangiert im Mai auf Platz 2 und ist somit das gewichtigste Inland-Thema des Monats.

Flüchtlingskrise zurück auf Platz 1

Nachdem die Panama-Papers die Medienagenda im April angeführt und die Flüchtlingskrise vorübergehend auf den zweiten Platz verdrängt hatten, führt die Thematik die Rangliste im Mai wieder an. Insbesondere die die öffentlichen Nachrichtensendungen der Deutschschweiz (Rendez-vous und Tagesschau) berichteten auch im letzten Monat sehr umfassend darüber. Für Berichterstattung sorgten insbesondere die Räumung des Flüchtlingslagers in Idomeni an der Griechisch-Mazedonischen Grenze sowie die Häufung der Schiffsunglücke im Mittelmeer.

Wahlen in den USA und Österreich

Mit Blick ins Ausland sorgten neben der Flüchtlingskrise insbesondere die Präsidentschaftswahlen in Österreich (Rang 5) und den USA (Rang 6) für umfassende Berichterstattung. Alexander Van der Bellen wurde zum ersten grünen Bundespräsidenten Österreichs gewählt, während Donald Trump nach dem Ausscheiden von Ted Cruz als republikanischer Präsidentschaftskandidat so gut wie feststeht. Ein Zweikampf zwischen ihm und der Demokratin Hillary Clinton zeichnet sich damit je länger je mehr ab. Im Hinblick auf die Nominierungsparteitage von Mitte Juli ist zu erwarten, dass die Berichterstattung über die US-Präsidentschaftswahlen weiterhin umfangreich sein wird.

Mit der Reform des französischen Arbeitsrechtes (Rang 7), die in mehreren Städten Frankreichs für heftige Proteste sorgte, sowie dem Bürgerkrieg in Syrien (Rang 10), sind zwei weitere Ausland-Themen in den Top 10 des Monats Mai klassiert.

Der FC Zürich komplettiert die Top 10

Der Abstieg des FC Zürich in die Challange League stellt den vor allem in der Boulevard- und Gratispresse, aber auch beim Tages-Anzeiger und bei der NZZ umfassend thematisierte Tiefpunkt der Krise beim Zürcher Traditionsverein dar. Mit Ausnahme des FIFA-Korruptionsskandals rangiert damit erstmals seit August 2015 wieder ein Sportkommunikationsereignis in den monatlichen Top 10 der Schweizer Medien.