Medienagenda - Themen im Dezember 2017

Johnny Hallyday stirbt 74-jährig, die bilateralen Beziehungen mit der EU erreichen einen Tiefpunkt und #MeToo das Bundeshaus: Dies waren die wichtigsten Themen in der Schweizer Medienlandschaft der Vorweihnachtszeit. Für viel Resonanz sorgten ausserdem die Wahlen in Katalonien, Trumps Jerusalem-Entscheid, No Billag, der Brexit, die Fussball-WM und die SBB.

Bilaterale Beziehungen mit der EU auf dem Tiefpunkt

„So quält uns die EU“ (Blick, 23.12.207), „Vorbei mit der Freundschaft“ (Tages-Anzeiger, 19.12.2017), „Chronik eines bilateralen Desasters“ (NZZ, 21.12.2017): Die Schweizer Medien waren sich kurz vor Weihnachten einig, dass die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU auf dem Gefrierpunkt angelangt waren. Dass die Europäische Union die Schweizer Börsenregulierung nur befristet bis Ende 2018 anerkennt, sorgte zwischenzeitlich für viel Berichterstattung. Die Thematik rangiert im Dezember auf Platz 1 der Medienagenda.

Bereits vier Monate vor der Abstimmung war die No-Billag-Initiative im November das wichtigste Politik-Thema aus dem Inland. Auch im Dezember wurden die Debatten über die Initiative intensiv weitergeführt. No Billag belegt Platz 6 in der Themenhierarchie.

Drei Politik-Themen aus dem Ausland in den Top 10

Keine drei Monate nach der Unabhängigkeits-Abstimmung wurde die Bevölkerung in Katalonien erneut zur Urne gebeten: Ein neues Parlament wurde gewählt. Die Entwicklungen im Nordosten Spaniens waren nach September und Oktober zum dritten Mal das wichtigste Ausland-Ereignis (Rang 4). Die separatistischen Parteien errangen eine kleine Parlamentsmehrheit, gleichzeitig ging mit Inés Arrimadas und der Partei Ciudadanos eine Kraft als Siegerin aus den Wahlen hervor, welche sich für die Einheit Spaniens einsetzt.

Nicht nur die Schweiz ringt mit der EU um die zukünftige Ausgestaltung ihrer Beziehungen, auch Grossbritannien. Die Brexit-Verhandlungen belegen im Dezember Platz 7 der Medienagenda. Für noch mehr Resonanz sorgte Donald Trumps umstrittener Entscheid, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen (Rang 5). Für den Friedensprozess zwischen Israel und Palästinensern wurde der Schritt gemeinhin als blockierend eingeschätzt.

Fussball-WM erneut Sportthema Nr. 1

Im Vergleich zum Vormonat nahm der Anteil der Sportberichterstattung innerhalb der Top 50 leicht zu. Das wichtigste Thema war erneut die bevorstehende Fussball-WM in Russland (Rang 8). Anders als in den Vormonaten standen allerdings nicht sportliche Ereignisse im Zentrum, sondern der Rücktritt von OK-Präsident Vitali Mutko. Der Präsident des russischen Fussball-Verbandes, Vize-Ministerpräsident und ehemalige Sportminister wird verdächtigt, im staatlichen russischen Dopingskandal eine zentrale Rolle gespielt zu haben.

Johnny Hallyday und Yannick Buttet in der Romandie im Fokus

In den Medien der Deutschschweiz kaum ein Thema, in der Suisse romande die Nummer 1: Kein Thema sorgte in der Westschweiz für mehr Berichterstattung als der Tod von Johnny Hallyday. Auch im Qualitätsblatt Le Temps wurden annähernd 20 Artikel über das Ableben des französischen Musikers publiziert. Insgesamt rangiert das Ereignis auf Platz 2 der Monatsagenda vom Dezember.

Ähnlich stark im Fokus wie Hallyday stand in der Suisse romande Ende Jahr nur einer: Yannick Buttet (Rang 3). Im November wurde bekannt, dass der „CVP-Shootingstar“ (Tages-Anzeiger, 30.11.2017) Frauen stalkte und bedrängte. Keine drei Wochen später liess der Walliser verkünden, dass er aus dem Nationalrat zurücktrete. Damit hat #MeToo das Bundeshaus erreicht. Auch sonst sorgte die Debatte über sexuelle Belästigung im Dezember weiterhin für viel Resonanz (Rang 10).

Komplettiert wird die Top 10 im Dezember von der SBB. Die Bundesbahnen sorgten unter anderem mit dem Fahrplanwechsel und mit dem neuen Chef Personenverkehr Toni Häne für überdurchschnittliche Medienresonanz.