Medienagenda - Themen im Januar 2018

Am Besuch Donald Trumps am WEF 2018 kam kein Medium vorbei: Der Anlass führt die Rangliste der wichtigsten Schweizer Medienereignisse im Januar an. Innenpolitisch war die No-Billag-Initiative das wichtigste Thema. 5 der Top-10 Themen der Medienagenda kamen im Januar neu auf die Agenda.

Davos als Mittelpunkt der Weltpolitik

Top-Thema im ersten Monat des neuen Jahres war das World Economic Forum WEF in Davos. Der Besuch Donald Trumps in der Schweiz führte zu einer Welle an Berichterstattung. Die bisher eher kritische Perspektive auf den US-Präsidenten wich dabei einer gewissen Trump-Euphorie. Der „Blick“ tat sich dabei besonders hervor. Chef-Redaktor Christian Dorer liess sich eine Ausgabe des Boulevardblatts von Donald Trump live vor der Kamera signieren. Auch über die Regierungstätigkeit von Trump wurde im Zuge des WEF sowie des 1-Jahr-Jubiläums seiner Amtseinführung berichtet. Es erschienen diverse Bilanzen, Rückblicke und Analysen zu seiner bisherigen Regierungszeit. Weitere aussenpolitische Ereignisse in den Top-10 waren die Koalitionsverhandlungen in Deutschland (Stichwort GroKo) sowie die Proteste im Iran.

Medienthemen sorgen für Resonanz

Die No-Billag-Initiative war das wichtigste innenpolitische Thema. Die Initiative erzeugt überdurchschnittlich viel Resonanz (vgl. Abstimmungsmonitor) und nimmt im Januar Rang 2 der Medienagenda ein. Die hohe Beachtung vor dem Abstimmungstermin vom 4. März zeigt, wie sehr die Medienlandschaft durch die potentiell bevorstehenden Umwälzungen, die durch ein Ja an der Urne ausgelöst werden könnten, bewegt wird.

Als weiteres Medien-Thema generierten die Ereignisse rund um die Schweizerische Depeschenagentur SDA viele Medienberichte (Rang 8). Ähnlich wie bei der No-Billag-Initiative geht es um einen tragenden Pfeiler des Schweizer Mediensystems: Denn die SDA ist ein wichtiger Zulieferer von Informationen für die Berichterstattung in Schweizer Medien (vgl. SDA-Analyse). Der Umbau der Agentur im Zuge der neuen Besitzerstruktur und insbesondere der gross angelegte Abbau von Stellen führten zu Streiks und einer medienpolitischen Debatte auf nationaler Ebene.

Ein weiteres Politik-Thema waren die bilateralen Beziehungen der Schweiz mit der EU (Rang 5). Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Rolle von Neu-Bundesrat Ignazio Cassis. Der Aussenminister präsentierte seine Agenda für ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU. Er wurde in den Medien vielfach mit der Ankündigung vor seiner Wahl, er werde in den Verhandlungen mit der EU den „Reset-Knopf“ drücken, konfrontiert.

Wetterkapriolen in der Schweiz

Die vielen Niederschläge in der Schweiz haben im Januar sehr viel Resonanz erzeugt. Die eingeschneiten Dörfer waren wochenlang Thema in sämtlichen Medien. Insbesondere Zermatt, das mehrfach eingeschneit war, wurde oft erwähnt: Fast 200 Mal wurde der Name der Tourismusdestination im Januar in den untersuchten Medien genannt. Rang 7 wird durch den Sturm Burglind belegt, sodass ungewöhnlicherweise zwei Wetter-Themen in den Top-10 der Medienagenda Platz finden.

Auch ein Sportereignis figuriert unter den meistbeachteten Themen im Januar: Wie schon im Vorjahr wurde das Australian-Open in Melbourne dank dem Sieg von Roger Federer zum medialen Grossereignis. Parallelen zum Vorjahr sind unübersehbar: Auch vor einem Jahr nahm die Berichterstattung zu, je näher der Erfolg Federers rückte. Die Resonanz reichte jedoch nicht ganz an die des Vorjahres heran.