Medienagenda - Themen im Juni 2018

Nicht nur die ausführliche Sportberichterstattung, sondern auch die Debatte um den Doppeladler-Jubel der Schweizer Nati-Spieler Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka haben dafür gesorgt, dass die Fussballweltmeisterschaft in Russland im Juni 2018 mit Abstand das wichtigste Thema war. Geprägt wurde der Monat auch durch Berichterstattung im Themenbereich Migration. Der Postauto-Skandal war das wichtigste Schweiz-Thema.

Fussballweltmeisterschaft ist omnipräsent

2018 entpuppt sich mehr und mehr als Sportjahr. Auch im Juni war das mit Abstand wichtigste Thema ein sportlicher Grossanlass. Die Fussball-WM in Russland dominierte die Berichterstattung medienübergreifend. Der Anteil der Berichterstattung ist enorm hoch und hat Rekordwerte erreicht. Die Schweizer Nationalmannschaft erhielt natürlich besonders viel Aufmerksamkeit. Ende Juni war das Schweizer Team noch im Turnier und die Hoffnung auf eine Schweizer «Sommermärchen» am Leben. Der Blick sah im Match gegen Schweden sogar «Das Spiel der historischen Chance» (Blick, 28.6, S.13). Daneben gab es zahlreiche Beiträge zum Doppeladler-Jubel einiger Schweizer Spieler. Diese Affäre trug wohl auch dazu bei, dass die beiden Leistungsträger Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri die meistgenannten Spieler der Schweizer Nati waren (je 351 Nennungen). Die Story um die umstrittene Geste erhielt auch ausserhalb der Schweiz mediale Resonanz. Sogar die amerikanische «New York Times» veröffentlichte einen Hintergrundartikel dazu. In den Schweizer Medien ebenfalls speziell beachtet wurde das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft, die man eigentlich als Angstgegner der Schweiz im Achtelfinal erwartet hatte.

Erneut viel Aufmerksamkeit für Migrationsthemen

Ähnlich dem letzten Monat waren auch im Juni verschiedene Themen aus dem nahen und fernen Ausland vertreten. Dabei fällt auf, dass das Thema Migration wieder eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Flüchtlingskrise in Europa ist wieder in den Fokus gerückt. Das ist einigermassen erstaunlich, weil sich die Flüchtlingszahlen im Vergleich zu 2015 ff. auf relativ tiefen Niveau bewegen. Ein Aufhänger für Medienberichte war der Streit um zurückgewiesene Rettungsschiffe, die in der Folge längere Zeit im Mittelmeer verharren mussten, bevor sie an Land gelassen wurden. Auch um Migration ging es in den USA, wo Donald Trump mit weiteren Verschärfungen seiner Migrationspolitik für Empörung gesorgt hatte.

Der US-Präsident sorgte auch aussenpolitisch für Aufmerksamkeit. Sein Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un hielt die Welt in Atem. Auch medial wurde das Treffen mit Spannung erwartet und ausführlich analysiert. Auch der Streit um die protektionistischen Massnahmen der US-Regierung fand Eingang in die Schweizer Medienlandschaft. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass auch die Schweiz von den Massnahmen betroffen sein könnte. Ergänzt wurden die aussenpolitischen Themen mit der Berichterstattung über die Wahlen in der Türkei.

Postauto-Skandal erlebt neue Aufmerksamkeitswelle

Wichtigstes Thema mit innenpolitischem Bezug war der Postauto-Skandal. Der Verlauf der Berichterstattung war hier wellenartig. Nachdem der Skandal vor einigen Monaten ein Top-Thema in den Schweizer Medien war, ist die Aufmerksamkeit danach stark abgeflacht. Dies hatte sich nun im Juni drastisch geändert. Auslöser war der Rücktritt von Susanne Ruoff. Sofort wurde der Skandal wieder in den Fokus der Medien gehoben, wobei insbesondere weitere Personaldiskussionen im Zentrum der Aufmerksamkeit standen.

Der Besuch des Papstes in der Schweiz erhielt vor allem im «Blick» viel Resonanz. Eher ungewöhnlich ist, dass auch die welsche Qualitätszeitung «Le Temps» sowie «Le Journal» diverse Beträge zum Thema veröffentlichten.

Ebenfalls wichtig waren die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Diese Entwicklung reiht sich in einen langfristigen Trend ein (siehe dazu: http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:dde77178-b1ba-4f41-a63d-45fff62c377e/Medienagenda%201Q2018.pdf).

Zuletzt hat es auch die Olympia-Kandidatur von Sion wieder in die Top 10 geschafft. Dies jedoch wohl zum letzten Mal, da das Vorhaben an der Urne bachab geschickt wurde.