Medienagenda – Themen im Januar 2016

Die Agenda der Schweizer Medien im Januar 2016 wird durch die Ausländer- und Migrationsthematik geprägt. Die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln, die Durchsetzungsinitiative und die Flüchtlingskrise in Europa sind die drei Top-Themen im Januar 2016. Nachdem die Bundesrats- und Parlamentswahlen 2015 über Monate hinweg die wichtigsten Inland-Themen waren, konnten die Abstimmungsvorlagen vom kommenden 28. Februar Anfang 2016 deutlich an Resonanz zulegen.

 

Wiedererstarken der Flüchtlingsthematik im Zeichen von Köln

Die Medienberichterstattung der ersten Januarwoche stand stark im Fokus der Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten (Rang 1). Neben einer intensiven Ereignisberichterstattung und starker Kommentierung ist zudem eine integrationspolitische Debatte über das Frauenbild afrikanischer Migranten entbrannt, die auch hierzulande resonanzstark geführt wurde. Wieder umfassender thematisiert wurden im Kontext der Übergriffe die Flüchtlingskrise in Europa (Rang 3), nachdem diese im Dezember 2015 erstmals seit dem letzten Juli nicht zu den zehn wichtigsten Themen eines Monats gehörte. Zugenommen hat zudem auch wieder die Berichterstattung über die  Schweizer Asylpolitik (Rang 9).

 

Bürgerkrieg in Syrien und Bombenattentat in Burkina Faso als weitere Top-Themen

Neben den Kommunikationsereignissen zu den Übergriffen in der Silvesternacht und zur Flüchtlingskrise in Europa rangieren im Januar zwei weitere Auslandthemen in der Top 5: Der Bürgerkrieg in Syrien (Rang 4) und das Bomben-Attentat in der Hauptstadt von Burkina Faso (Rang 5). Diese beiden KE weisen allerdings einen starken Bezug zur Schweiz auf. Beim Anschlag in Ouagadougou waren mit Ex-Post-Chef Jean-Noël Rey und Georgie Lamon zwei Schweizer unter den Opfern, was insbesondere in den Medien der Suisse romande viel Resonanz auslöste. Der Bürgerkrieg in Syrien hatte aufgrund der Fokussierung der Friedensverhandlungen in Genf einen starken Schweiz-Bezug.

Abstimmungsvorlagen auf dem Vormarsch

Mit Blick auf die Inland-Themen zeigt sich, dass die Debatten über die Abstimmungsvorlagen vom 28. Februar stark an Resonanz zulegen konnten, nachdem die Bundesratswahlen Ende 2015 das mit Abstand gewichtigste politische Inlandthema waren. Deutlich am meisten Resonanz erzielte dabei die Durchsetzungsinitiative (Rang 2), gefolgt von der Abstimmung über die Sanierung des Gotthard Strassentunnels bzw. den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre (Rang 10). Die beiden weiteren nationalen Abstimmungsvorlagen, die JUSO-Initiative „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!" (Rang 15) und die CVP-Initiative „Für Ehe und Familie - gegen die Heiratsstrafe“ (Rang 16) rangieren im Januar zwar ausserhalb der Top 10, erreichen aber immer noch relativ viel Resonanz. Mehr Resonanz als diese Initiativen generierte die SVP mit den Rücktritten von Parteipräsident Toni Brunner und Vize Christoph Blocher (Rang 8).

Weitere viel beachtete Themen

Ungewöhnlich viel Medienresonanz erzeugte im Januar der Tod des britischen Musikers David Bowie (Rang 7). In allen analysierten Medien wurde darüber berichtet, besonders häufig jedoch in der Boulevard- und Gratispresse sowie in der Neuen Zürcher Zeitung. Komplettiert wird die Medienagenda des Monats durch das Kommunikationsereignis über den Schweizer Konjunkturverlauf (Rang 6), über welchen aufgrund der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB vor einem Jahr besonders intensiv berichtet wurde.