Tendenzen in der Berichterstattung über Papstwahlen

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Nachrichtenwert der Papstwahl

Die hohe Resonanz der aktuellen Papstwahl zeigt, dass das Kommunikationsereignis im kommerzialisierten Mediensystem ausgesprochen wirksam mediale Nachrichtenwerte bedient.

  1. Das Ereignis eignet sich ausgesprochen gut zur Personalisierung, zur Zuspitzung auf eine Person.
  2. Der katholischen Kirche haftet derzeit partiell das Skandalträchtige an (u.a. Debatten zum Kindsmissbrauch) .
  3. Mit dem Nachrichtenwert des Skandalösen verbunden ist der Aspekt des Geheimen/Verborgenen, welcher speziell während des Konklaves greift und dadurch das mediale Interesse befeuert, Vorborgenes und möglichst Spektakuläres/Skandalöses ans Licht der Öffentlichkeit zu befördern.
  4. Das einzigartige Profil der katholischen Kirche und des Papstes steht im schroffen Gegensatz zur säkularisierten Welt.
  5. Für die hohe Resonanz sind auch dieInszenierungsleistungen der Kurie mitverantwortlich. Das heisst, dass das Kommunikationsereignis stark durch den institutionalisierten Prozess, die auf Traditionen aufbauende Opulenz der Inszenierung sowie das auf die Prime Time mitteleuropäischer Medien ausgerichtete Timing der vatikanischen Ereignisproduktion beeinflusst wird.