Zusatzanalyse zum Abstimmungsmonitor vom 9. Februar 2014

Die Initiative „gegen Masseneinwanderung“ in der publizistisch umkämpften Region Basel

Die Initiative „gegen Masseneinwanderung“, die am 9. Februar 2014 vom Schweizer Stimmvolk knapp angenommen wurde und die in diesem Horizont deutlich verschärfte Frage zum Verhältnis Schweiz-EU beschäftigen die Schweizer Medienarena im Nachgang der Abstimmung weiterhin stark (vgl. Presseagenda vom April und Mai). Neben den möglichen Auswirkungen der Initiative werden auch die Gründe für den Erfolg der Initiative kontrovers diskutiert, so etwa in der Debatte um die Resultate der VOX-Analyse.

Auch die Rolle der Medien im Vorfeld der Abstimmung wurde verstärkt zum Thema. Der Abstimmungsmonitor des fög hat gezeigt, dass die Schweizer Leitmedien der Vorlage ausserordentlich hohe Beachtung schenkten und sich dabei unterschiedlich positionierten.

Eine Zusatzanalyse für die Medien in der Region Basel zeigt nun ein noch stärker ambivalentes Bild.

Weder die Tatsache, dass in der Region Basel viele Grenzgänger arbeiten noch dass in der Stadt Basel die Zustimmung zur SVP und zur Initiative relativ gering ist, erklärt die Berichterstattung. Vielmehr scheinen die redaktionellen Linien der Medienorganisationen im umkämpften publizistischen Raum die Berichterstattung zu beeinflussen. Gemeinsam ist den drei untersuchten Basler Medien, dass sie dem „Megathema“ (bz, 25.1.2014) der Zuwanderung im Vorfeld sehr starke Beachtung schenken und sich mit eigenen Stellungnahmen einschalten. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den drei Medien. Während bei der Basler Zeitung die Zustimmung zur Initiative klar überwiegt, dominiert in der Tageswoche und noch stärker in der Basellandschaftlichen Zeitung (bz) die Ablehnung.