Sport in Schweizer Nachrichtenmedien

Sportanlässe wie kürzlich die Fussball-Europameisterschaft oder aktuell die Olympischen Spiele sind Medienevents, die auf grosse Aufmerksamkeit stossen. Der Sport findet dabei sein Publikum über alle Bevölkerungsschichten hinweg und vereint immer wieder ein Massenpublikum vor den Bildschirmen. Deshalb wird dem Sport auch eine integrierende Funktion für die Gesellschaft zugeschrieben.

Sport ist aufgrund seiner gesellschaftlichen Bedeutung fester Bestandteil der Berichterstattung von journalistischen Medien. Die meisten Medien verfügen über ausdifferenzierte Sportressorts mit spezialisierten Journalist:innen und berichten täglich über Sportthemen. Trotzdem gibt es noch kaum grossangelegte Studien zum Stellenwert und zur Qualität von Sportberichterstattung in Schweizer Medien. Eine fög-Studie liefert nun empirische Befunde dazu.

Die Studie untersucht die Inhalte von Sportberichterstattung in Nachrichtenmedien von 2011 bis 2019 auf Basis der Daten des Jahrbuchs Qualität der Medien. Mit einer manuellen Inhaltsanalyse von zwanzig Schweizer Printmedien (n = 16.130 Beiträge) aus der Deutschschweiz, der Suisse Romande und dem Tessin werden Stellenwert und Qualität der Sportberichterstattung im Themen-, Zeit- und Medientypenvergleich untersucht.

Die Resultate bestätigen die hohe Bedeutung von Sport in den Nachrichtenmedien. Sport macht knapp einen Fünftel (18%) der Gesamtberichterstattung aus. Im Vergleich zu anderen Themen basiert die Sportberichterstattung häufiger auf Agenturmeldungen, ist weniger einordnend und stärker durch einen emotionalen Berichterstattungsstil geprägt. Im Zeitverlauf zeigt sich ein Bedeutungsgewinn von Sportnachrichten mit einem nationalen Fokus. Grosse Unterschiede bestehen auf Ebene der Medientypen. Besonders Boulevardmedien setzen auf Sport. Fast ein Drittel ihrer Berichterstattung (32%) behandelt Sportthemen und weist dabei eine relativ hohe Qualität auf.

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