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Über uns

Das fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich entstand aufgrund des Interesses, die Grundbausteine der sozialen Welt, Kommunikationsereignisse, systematisch zu beobachten. Kommunikationsereignisse sind Themen, die in der öffentlichen Kommunikation um Aufmerksamkeit kandidieren. Solche Kommunikationsereignisse wie etwa die aktuelle Wirtschaftskrise untersuchen wir, weil die öffentliche Kommunikation das wichtigste Medium sowohl der Steuerung als auch der Integration unserer Gesellschaft ist.

Forschungsfragen

Unsere Forschungsfragen sind an das zentrale Erkenntnisinteresse der Sozialwissenschaften geknüpft: Wie lässt sich der Wandel der sozialen Ordnung der modernen Gesellschaft beschreiben?

  • Die Frage nach dem sozialen Wandel: Hier konzentrieren wir uns auf die langfristige Beobachtung moderner Gesellschaften anhand ihrer öffentlichen Kommunikation. Von besonderem Interesse sind Krisen- und Umbruchphasen gesellschaftlicher Entwicklung, in denen sich bestehende Leitbilder und Strukturen in kurzer Zeit radikal verändern. Analysiert werden die Selektion und die Karriere wirkmächtiger Kommunikationsereignisse über möglichst lange Zeiträume und im Ländervergleich.
  • Die Frage nach dem Strukturwandel der Öffentlichkeit: Hier interessieren wir uns für die Veränderungen der Aufmerksamkeitslogiken öffentlicher Kommunikation und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wir untersuchen den Wandel der kommunikativen Austauschbeziehungen zwischen Medien, Wirtschaft und Politik, die ökonomische Entwicklung der Medien sowie die Veränderungen der Qualität medienvermittelter Kommunikation.
  • Die Frage nach dem Wandel von Institutionen, Organisationen und Rollen: Hier spezialisieren wir uns auf Medialisierungseffekte, d.h. auf die Transformation der Handlungssysteme, ihrer Institutionen und Organisationen als Folge des neuen Strukturwandels der Öffentlichkeit. Wir erforschen den Wandel medienvermittelter Reputationskonstitution von Institutionen, Organisationen und Rollenträgern im Langzeit- und im Ländervergleich und wir untersuchen, wie sich diese sozialen Einheiten durch den Wandel der öffentlichen Kommunikation verändern.

Forschungsprojekte

Auf der Grundlage der drei Forschungsfragen verfolgt das fög Forschungsprojekte insbesondere in den Bereichen politische Kommunikation, Wirtschaftskommunikation und Qualität der Medien/Medienwandel.

  • Politische Kommunikation: Hier interessiert, wie sich die politische Öffentlichkeit unter den Bedingungen einer medialisierten Gesellschaft verändert und welche Folgen sich daraus für Gesellschaft und Demokratie ergeben.
  • Wirtschaftskommunikation: Hier beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen der neuen Aufmerksamkeitslogiken auf die Resonanz und die Reputation von Wirtschaftsakteuren und wirtschaftspolitischen Akteuren. Von besonderem Interesse ist die veränderte Reputationskonstitution dieser Akteure , die daran geknüpfte Vertrauensbildung und die konjunkturelle Entwicklung.
  • Qualität der Medien/Medienwandel: Hier analysieren wir den Wandel der Medienstrukturen und den Wandel der publizistischen Qualität für die vier Mediengattungen Print, Radio, Fernsehen und Online in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz. Im Jahrbuch Qualität der Medien – Schweiz, Suisse, Svizzera veröffentlichen wir regelmässig die Resultate dieser Forschung.

Organisation

Das fög ist ein assoziiertes Institut der Universität Zürich. In ihm sind rund zehn wissenschaftliche sowie technisch-administrative Mitarbeitende sowie rund 25 fortgeschrittene Studierende tätig.

Geleitet wird das fög durch den Stiftungsrat der Stiftung Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft und die Institutsleitung. Dem Institutsleiter Mario Schranz obliegt die operative Leitung des fög. Der Stiftungsrat wird durch Mark Eisenegger präsidiert und ist für die strategische Ausrichtung des fög verantwortlich.

Das fög finanziert sich durch Forschungspartnerschaften und durch den nationalen und internationalen Forschungswettbewerb und er wird von der Universität Zürich und von der  Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität (ehem. Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft) gefördert. Die Auswahl von Forschungspartnerschaften erfolgt unter wissenschaftlichen Aspekten und muss der Grundlagenforschung in den Forschungsschwerpunkten dienen. Wir betreiben keine Auftragsforschung und streben nach möglichst langfristigen Forschungspartnerschaften.

Qualitätssicherung in der Sozialforschung

Das fög arbeitet nach den Grundsätzen der empirischen Sozialforschung und überprüft u.a. die Validität und Reliabilität seiner Forschungsprojekte gemäss sozialwissenschaftlichen Verfahren. Zentral für die Sicherstellung der wissenschaftlichen Qualität in unserem Bereich der Inhaltsanalyse sind Codebücher, welche den Datenerhebungsprozess auf der Basis wissenschaftlich intersubjektivierter Operationalisierungen und Konventionen anleiten, sowie unsere Intersubjektivierungssitzungen, in denen die Qualität des Erhebungsprozesses regelmässig auf der Basis von Intercoder-Reliabilitätstests überprüft wird.

Forschung ist nie fehlerfrei. Es ist das Bestreben von Intersubjektivierungsmassnahmen (dauernder Austausch über Konventionen und das Vorgehen; Intersubjektivierungstests), diese Fehlerquote so tief wie möglich zu halten. Unsere Forschung ist zudem strikte theoriegeleitet. Wir generieren unsere Forschungshypothesen aus der aktuellen Forschungsliteratur und überprüfen diese auf der Grundlage empirischer Daten.

Transparenz bezüglich Methode und Forschungsergebnissen

Wie in der Forschung üblich, publizieren wir zu allen unseren Studien methodische Beschriebe, die detailliert über das forschungstechnische Vorgehen Auskunft geben. Für wiederkehrend publizierte Studien (z.B. den Abstimmungsmonitor, den Reputationsmonitor oder unsere Medienqualitätsanalysen) finden sich methodische Angaben auf unserer Website.

Bezüglich der unserer Forschung zugrunde liegenden Basisdaten (z.B. die Codierungen der einzelnen Medienbeiträge) stellen wir auf Anfrage bei uns vor Ort Transparenz her. Basisdaten (z.B. Artikellisten) an Dritte (z.B. Journalisten) herauszugeben, entspricht keiner gängiger Praxis in der Wissenschaft. Dass wir Artikellisten nicht publizieren, hat nichts mit mangelnder Transparenzbereitschaft zu tun. Dies ist vielmehr dem Umstand geschuldet, dass Datensätze ohne Erläuterungen zu den Codierkonventionen und zur methodischen Praxis unweigerlich zu Fehlinterpretationen führen.

Auf entsprechende Anfrage stellen wir bezüglich unseren Datensätzen Transparenz her, und zwar wie folgt:

  • Anfragen von Nicht-Wissenschaftlern, z.B. von Journalisten: Die Daten werden im Rahmen eines Meetings am fög offen gelegt, damit die Methodik sowie die Erhebungskonventionen erläutert und konkrete Fragen der Codierung nachvollzogen werden können. Artikellisten ohne die entsprechenden Erläuterungen zu den Konventionen und methodischen Vorgaben führen zu Fehlinterpretationen. Wir haben grosses Interesse an einer Verbesserung unserer Messung und an einer wissenschaftlichen Reflexion. Wir erachten es als sinnvoll, dass gerade die Praxis der Medienbranche hier wertvolles Know-how einbringt – immer aber mit der Absicht, den Grad der wissenschaftlichen Erkenntnis zu erhöhen. Wir bieten keine Hand dazu, dass aufgrund von fehlerhaften Einzelfällen oder als Folge nicht sachgemässer Interpretation unserer Forschungsdaten versucht wird, unsere Forschung gesamthaft zu diskreditieren.
  • Anfragen von Wissenschaftlern: Das fög stellt anderen Wissenschaftsstätten nach einer gewissen Karenzfrist (Frist für eigene Publikationen) Forschungsdaten zur Verfügung. Voraussetzung ist ein schriftlicher Antrag, in dem der Verwendungszweck detailliert begründet wird. Analog zur Policy des Nationalfonds muss zudem eine Erklärung abgegeben werden, dass die Daten ausschliesslich für den wissenschaftlichen Kontext verwendet werden. Damit soll der missbräuchlichen Verwendung von Forschungsdaten vorgebeugt werden.