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Aktuelle Forschungsergebnisse zur Rolle der SRG SSR

Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die SRG-Initiative ab. Diese fordert, dass die SRG SSR künftig mit rund halb so vielen finanziellen Mitteln auskommen soll als bisher. Vor diesem Hintergrund hat das fög ein Factsheet zur Rolle der SRG SSR im schweizerischen Mediensystem zusammengestellt.

Bildquelle: istock.com/Marlon Trottmann

Das Factsheet (PDF, 2 MB) basiert auf aktuellen Forschungsergebnissen des fög und seines Forschungspartners, des Reuters Institute for the Study of Journalism (Universität Oxford). Es zeigt, wie die Angebote der SRG SSR genutzt werden und wie es um die Qualität der Berichterstattung steht. Dabei zeigt das Factsheet, wie die SRG SSR im Vergleich zu privaten Schweizer Medien oder zu öffentlichen Medien in anderen europäischen Ländern abschneidet. 

Dabei steht der aus demokratiepolitischer Sicht besonders wichtige Nachrichten- und Informationsbereich der SRG SSR im Zentrum. Dieser ist eine von fünf Sparten der SRG SSR neben Bildung, Kultur, Sport und Unterhaltung. Sollte die sogenannte Halbierungsinitiative angenommen und damit das Budget der SRG SSR halbiert werden, wäre voraussichtlich auch der Nachrichtenbereich von Kürzungen betroffen. Denn die SRG SSR wäre auch mit einem deutlich kleineren Budget weiterhin verpflichtet, alle fünf Sparten abzudecken.

Die Resultate zeigen unter anderem, dass Nachrichtenangebote der SRG SSR kanalübergreifend 63% der Schweizer Bevölkerung erreichen. Das ist ein hoher Wert. Die Reichweite ist in allen Bevölkerungsgruppen hoch bis sehr hoch: bei jungen und älteren Menschen, bei Personen mit unterschiedlichem Bildungsniveau, bei Frauen und Männern sowie über das gesamte politische Spektrum hinweg (vgl. Abb. 3). Im europäischen Vergleich liegt die SRG SSR in Bezug auf die Reichweite im Durchschnitt. 

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Wie in anderen europäischen Ländern ist die Reichweite öffentlicher Medien in der Schweiz offline deutlich höher als online. Die SRG SSR erreicht offline 55% der Bevölkerung, online hingegen 29%. Das ist deutlich weniger als 20 Minuten, das online eine Reichweite von 46% erzielt. Öffentliche Medien werden im Online-Bereich dennoch oft als Konkurrenz für private Medien wahrgenommen. Eine Verdrängung privater Medien im Nachrichtenbereich lässt sich empirisch aber nicht feststellen. In der Schweiz nutzt die Mehrheit des SRG-Publikums gleichzeitig auch Abonnementmedien oder Boulevard- und Pendlermedien. Im europäischen Vergleich wird deutlich, dass hohe Online-Reichweiten öffentlicher Medien nicht mit einer geringeren Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten zusammenhängen. 

Die Nachrichtenangebote der SRG SSR gehören in der Schweiz zu den Angeboten mit dem höchsten Vertrauen in der Bevölkerung. Zwar bringen Personen, die sich politisch rechts einordnen, der SRG SSR etwas weniger Vertrauen entgegen als Menschen aus der politischen Mitte oder von links. Dennoch geniesst die SRG SSR auch im rechten politischen Lager in beiden Sprachregionen mehr Vertrauen als die untersuchten privaten Medien (vgl. Abb. 5).
 

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Das Factsheet enthält auch Resultate zur Qualität der Medienberichterstattung. Insgesamt zählen die Angebote der SRG SSR zu den qualitätsstärksten Angeboten in der Schweiz. Besonders wichtig ist dabei die Ausgewogenheit der Berichterstattung, etwa bei Volksabstimmungen. Untersucht wurden 61 Volksabstimmungen zwischen 2018 und 2025. Dazu wurden Daten auf der Grundlage einer Studie (PDF, 475 KB) aktualisiert, bei der Volksabstimmungen bis 2023 untersucht worden waren. Die Ergebnisse zeigen: Die öffentlichen Medien SRF und RTS positionieren sich praktisch im Durchschnitt der Medienarena und lassen weder eine politische Positionierung nach rechts noch nach links erkennen. Eine «politische Schlagseite» nach links lässt sich gemäss dieser Untersuchung nicht beobachten.

Zum Factsheet (PDF, 2 MB) mit allen Ergebnissen.
 

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