Medienagenda - Themen im April 2018

Der Bürgerkrieg in Syrien hat im Vergleich zu den letzten Monaten deutlich an Resonanz zugelegt und war im März das wichtigste Thema. Die Entscheidungen um den Schweizermeistertitel im Eishockey und Fussball sorgten für viel Sportberichterstattung. In der Romandie standen zudem die Wahlen in Genf stark im Fokus.

Syrien im Fokus

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein Thema, dass seit Jahren regelmässig viel Aufmerksamkeit in den Schweizer Medien erhält. Die Resonanz schwankt jedoch abhängig von einzelnen wichtigen Ereignissen. Ein solches hat im April mit dem Giftgasangriff des Assad-Regimes in Duma stattgefunden. Es hat dazu beigetragen, den Krieg in Syrien wieder in die Schlagzeilen zu heben. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Lieferung von potentiellen Bestandteilen des Kampfgases Sarin aus der Schweiz berichtet.

Normalerweise sind Eskalationen von Konflikten der Treiber von Medienresonanz. Im Koreakonflikt verhielt es sich im April umgekehrt: Thema war das Treffen der beiden Staatschefs der beiden Koreas und die damit verbundene Deeskalation des Konflikts. Der Schwenk des Framings von der kurz bevorstehenden Eskalation hin zur Versöhnung brauchte wenige Zeit. Noch im September 2017 wurde über Korea unter dem Blickwinkel grösster Sorge und Anspannung berichtet. Umso grösser ist nun auch das Staunen und die Erleichterung in den Medien. Die Annäherung der Staatschefs Moon Jae-In und Kim Jong-Un wurde durchwegs positiv bewertet, wenngleich in einigen Berichten eine gewisse Skepsis ob der schnellen Wende durchdrang.

Leicht Rückläufige Resonanz konnte für den Fall Cambridge Analytica/Facebook gemessen werden. Der Auftritt Mark Zuckerbergs vor dem US-Kongress sorgte aber weiterhin für Medienberichte. Die Berichterstattung verlagerte sich vermehrt auf den Konzern Facebook und seine Probleme mit dem Datenschutz.

Prominent in den Medien war auch der Wahlgang in Ungarn. Hohen Nachrichtenwert entstand aus dem Konflikt zwischen Viktor Orban und der EU. Es stand die Frage im Raum, ob Orban für seine konfrontative Politik gegenüber der EU und für seine Migrationsfeindlichkeit belohnt wird oder nicht. Weil Ungarn mit seiner Rechtsregierung eine Art Test für die Stabilität der EU darstellt, nahm die Wahl in der Schweizer Medienlandschaft einen höheren Stellenwert ein, als für ein Land von Ungarns Grösse üblich ist.

 Der Katalonienkonflikt hat sich bisweilen ein wenig entspannt, seit Carles Puidgemont in Deutschland aus der Haft entlassen wurde. Nach der Freilassung zu Beginn des Monats war die mediale Resonanz rückläufig.

Im nahen Ausland haben die Streiks von Teilen des Personals im französischen Bahnverkehr dazu geführt, dass die Rolle Emmanuel Macrons und seiner Wirtschaftspolitik zum Thema wurde. Die Berichterstattung dreht sich insbesondere um die Frage, ob sich der forsch auftretende Macron sich gegenüber den widerspenstigen französischen Gewerkschaften durchsetzen kann.

Entscheidungen im Sport

Die Schweizer Fussball- und Eishockeyliga erfreuen sich zwar grosser Beliebtheit, doch für die Spitze der Medienagenda reicht die Resonanz im Normalfall nicht. Anders im April. Da die Berner Young Boys im Fussball erstmals seit 1986 überlegen Schweizermeister geworden sind, fiel die Entscheidung zusammen mit dem Finale der Eishockey-Playoffs. Beide Entscheidungen waren im April wichtige Themen. Sowohl der Zürcher «Tages-Anzeiger» als auch die «Bernerzeitung» reagierten auf den Sieg «ihrer» Teams mit einer Sonderbeilage.

Regionalwahl in Genf

Genf als wichtigste Stadt der Romandie stand erwartungsgemäss unter grosser Beobachtung der Westschweizer Medien. Das Ereignis stand auch deshalb im Fokus der Medien, weil versucht wird, von regionalen Wahlergebnissen auf nationale Trends zu schliessen, je näher das «Superwahljahr» 2019 mit den National- und Ständeratswahlen rückt.

Ergänzt wird die Rangliste durch die Debatte um die Gesundheitskosten. Die Diskussionen werden immer wieder durch Vorschläge aufgewärmt, wie sich das Schweizerische Gesundheitssystem reformieren lässt. Für Wirbel gesorgt hat insbesondere die Anregung der CSS-Chefin Philomena Colatrella, die Mindestfranchise auf bis zu 10'000 Franken zu erhöhen.