Top-Themen im 2. Quartal 2015

Der FIFA-Korruptionsskandal, der drohende Grexit (Eurokrise) sowie die Flüchtlingskrise im Mittelmeer waren die brisantesten Themen des zweiten Quartals 2015.

Abgesehen davon ist die Quartalsagenda durch die umfangreiche Medienberichterstattung über die Abstimmungsvorlagen vom Juni (insb. RTVG-Revision), die Kasachstan-Affäre um FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, die Asyl-Diskussion sowie die Eidgenössischen und die Zürcher Wahlen stark durch innenpolitische Debatten geprägt.

Abbildung 1 zeigt die 20 Kommunikationsereignisse (KE), über die in den Schweizer Leitmedien am intensivsten berichtet wurde. Das Mass der Tendenz (rechte Spalte) zeigt, ob ein KEim Vergleich zum Vorquartal mehr oder weniger Resonanz erzielt. Der Wert +100 bedeutet, dass das KE im aktuellen Quartal neu entstanden ist.

Thematische Präferenzen der Leitmedien

Die Deutschschweizer Leitmedien unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer thematischen Präferenzen. Betrachtet man das untenstehende Schaubild, fällt auf, dass sich auf der linken Seite mehrheitlich Ereignisse aus dem Bereich Human-Interest und Sport gruppieren. Die Berichterstattung ist hier stark durch Nachrichtenwerte gesteuert. Rechts positionieren sich hingegen längerfristige Hardnews-Themen. Die horizontale Achse zeigt somit eine von links nach rechts ansteigende Themenqualität an.

Abbildung 2 zeigt, welche Kommunikationsereignisse (KE) in einem Medium übervertreten sind. Je näher ein KE an der Verbindungslinie eines Mediums zum Mittelpunkt liegt, desto stärker wird es von diesem Medium bewirtschaftet (bspw. Kasachstan-Affäre / Blick). Je näher ein KE bei einem Medium liegt, desto exklusiver wird es von die-sem Medium bewirtschaftet (bspw. Bachelorette 2015 / 20 Minuten). Die Datengrundlage bildet die Häufig-keitsauszählung aller KE, die in mindestens einem der Medien unter den Top-5 zu finden war. Die Blasengrössen zeigen die absoluten Beitragsanzahlen

SPORT UND KONSUM IM BLICK. Der Einaufstourismus (z.B. „Die Mülltouristen“, 24. April), aber auch die beiden Sportereignisse (Transferkarussell FC Basel und Stanislas Wawrinka) werden beinahe exklusiv vom Boulevard thematisiert. Weniger exklusiv aber deutlich übervertreten sind die beiden Themen mit besonders grosser Skandalisierungsintensität (Kasachstan-Affäre, FIFA-Korruptionsskandal)

20 MINUTEN ORIENTIERT SICH AM PUBLIKUM. Unterhaltungszentrierte und auf Nutzerbedürfnisse ausgerichtete Themen werden hier prominent behandelt (Die Bachelorette; Apple: Produkte & Anwendungen). Themen der aktuellen Politikagenda spielen eine untergeordnete Rolle.

NZZ GARANTIERT REFLEXION ÜBER POLITIK UND WIRTSCHAFT. Mit der Eurokrise, den Entwicklungen an den Börsen und der Rückschau auf den zweiten Weltkrieg schenkt die NZZ reflexiven Themen viel mehr Gewicht als andere Medien.

TAGES-ANZEIGER BLEIBT SEINER FORUMSROLLE TREU. Die überregionale Forumszeitung versucht ein möglichst breites Themenspektrum abzudecken. Demzufolge zeigt sich keine deutliche Schwerpunktsetzung. Am prominentesten werden politische Themen wie die Eidgenössischen sowie Zürcher Wahlen von kommendem Herbst behandelt.

Den ausführlichen Bericht lesen:

Quartalsagenda 2/2015 (PDF, 390 KB)