Kultur in den Medien

Das fög hat den Stellenwert und die Qualität der Kulturberichterstattung in Schweizer Nachrichtenmedien untersucht. Wie die Befunde zeigen, machen Beiträge zu kulturellen Themen rund 10 Prozent der Gesamtberichterstattung aus. Der Anteil ist über die letzten fünf Jahre konstant geblieben. Kulturthemen spielen in den Medien der Suisse romande eine grössere Rolle als in ihren Deutschschweizer und Tessiner Pendants.

Im Vergleich mit anderen Themen ist die Kulturberichterstattung stärker durch redaktionelle Eigenleistungen bestimmt. Diese haben gegenüber Berichten auf Basis von Agenturmeldungen über die Zeit sogar zugenommen. Sonntags- und Abonnementszeitungen sowie der öffentliche Rundfunk weisen die hochwertigste Kulturberichterstattung auf. Sie ist einordnend, durch redaktionelle Eigenleistungen geprägt, wenig personalisiert und emotionalisiert sowie mehrheitlich mit Bezug zur Schweiz. Auch in Boulevard- und Gratismedien ist Kulturberichterstattung wichtig. Sie beruht aber oft auf Agenturmeldungen, ist stark personalisiert und emotionalisiert sowie sehr international ausgerichtet.

Im Zuge der Zusammenlegung von Redaktionen kann eine erhöhte Konzentration der Inhalte im Bereich der Kulturberichterstattung gemessen werden. Meinungsbetonte Formate, allen voran Rezensionen, sind ebenfalls davon betroffen. Leitmedien im Bereich der Kulturberichterstattung sind die Website von SRF und qualitätsstarke Marken wie NZZ und Tages-Anzeiger mit ihren Sonntagszeitungen NZZ am Sonntag und die Sonntagszeitung. Aber auch der Blick wird im Kulturbereich oft zitiert, fokussiert aber stärker auf populärkulturelle Themen. 

Bezüglich Vielfalt wurde und wird, auch im Kontext von Kultur, grosse Hoffnung in die Digitalisierung gesetzt. Wie die Analyse weiter zeigt, bietet das Web den Kulturinteressierten einen fast unendlichen Fundus an Kulturinformationen. Die vorhandenen Onlineplattformen sind jedoch in der Regel Nischenangebote, die mehrheitlich von Verbänden betrieben werden. Sie können unabhängige journalistische Medien nicht ersetzen, wenn es um die Erreichung eines breiten Publikums und die Vielfalt an Berichterstattungsformen geht.

Die Studie wurde gefördert vom Verein ch-intercultur.