#NoBillag auf Twitter: Grabenkämpfe zwischen Gegnern und Befürwortern

Die NoBillag-Initiative bewegte in den vergangenen Monaten die Schweiz. Auf Twitter waren besonders die Befürworter der Initiative aus der rechten Community aktiv. Obwohl sie nur 17% der User ausmachen, waren sie für 39% aller Tweets verantwortlich. Sie liefern sich dabei einen offenen Schlagabtausch mit den Gegnern und setzen Twitter dazu ein, die Gegner zu provozieren und aus der Reserve zu locken. Die Präsenz der Befürworter fällt daher auf Twitter höher als in den Leitmedien aus. Die Debatte bleibt nicht auf die Schweiz beschränkt. User aus dem Umfeld der AfD nutzen NoBillag für ihre Zwecke und fordern unter den Hashtags #gezabschaffen eine Abschaffung der Rundfunkgebühr in Deutschland.

Das zeigt eine aktuelle fög-Analyse (PDF, 1468 KB), die in Zusammenarbeit mit Adrian Rauchfleisch entstanden ist. Dafür wurden alle Tweets zu NoBillag erfasst (Zeitraum 1.1.2018 - 14.2.2018) in denen NoBillag als Hashtag oder Stichwort vorkam. Die Analyse basiert auf insgesamt 67’920 Tweets von 9424 identifizierbaren Usern mit einem öffentlichen Profil.

Mittels eines Algorithmus (vgl. Blondel et al. 2008) wurden nach dem Prinzip der Homophilie („Gleich und Gleich gesellt sich gern“, vgl. McPherson et al. 2001) sechs User-Communities im Diskurs zu NoBillag identifiziert. In unserem Follower-Netzwerk sind alle Beziehungen zwischen Usern (9424) abgebildet, die sich mindestens einmal explizit zur NoBillag-Initiative über einen Tweet, Retweet oder Reply im Untersuchungszeitraum geäussert haben (vgl. Abb. 1).