Jahrbuch

Jahrbuch Qualität der Medien

Noch mehr Resultate: Kapitel Medienstrukturen, Kapitel Medienqualität, Kapitel Presse&Web, Kapitel Rundfunk&Web, Kapitel Social Media

Neuerungen im Jahrbuch 2016

Die jüngste Publikation ist handlicher und von einigen Neuerungen geprägt.

Einerseits wurde die Methodik des Qualitätsscorings erheblich erweitert. Das etablierte Konzept wurde um weitere Indikatoren ergänzt, was u.a. eine noch validere Messung der Qualitätsdimension Vielfalt ermöglicht. Zudem basiert die Analyse der Berichterstattungsqualität neu auf dem Gesamtangebot der Informationsmedien und nicht mehr nur auf den Frontseiten- bzw. Aufmacherbeiträgen. Die Zufallsstichprobe aus dem Jahr 2015 berücksichtigt 25 389 Beiträge aus 64 Medien.

Zweitens fliessen die Daten auch in das Forschungsprojekt Medienqualitätsrating (MQR-16) mit ein, das die Analyse der Berichterstattungsqualität mit einer Befragung zur Qualitätswahrnehmung des Publikums kombiniert. Mit dieser Befragung konnte empirisch bestätigt werden, dass die Nutzerinnen und Nutzer das dem Jahrbuch Qualität der Medien zugrunde liegende normative Qualitätsverständnis teilen.

Drittens ist das fög neu an einer Grossstudie beteiligt, die durch das Reuters Institute for the Study of Journalism an der University of Oxford durchgeführt wird. Der Bericht Reuters Digital News Report erscheint jährlich und enthält Umfragedaten zum Mediennutzungsverhalten für 26 Länder, neu auch für die Schweiz. Die umfassenden Ergebnisse dieser Studie sind ab diesem Jahr Teil des Jahrbuchs. Sie ermöglichen es beispielsweise, detaillierte Erkenntnisse über die Mediennutzungspräferenzen von jungen Erwachsenen in der Schweiz und im internationalen Vergleich zu gewinnen.

Wozu das Jahrbuch

Das Jahrbuch Qualität der Medien ist eine informative Quelle für Medienschaffende, Füh­rungskräfte aus Politik und Wirtschaft, für die Wissenschaft und alle, die sich mit der Entwicklung unserer Medien und deren Inhalten auseinandersetzen wollen. Es will das Bewusstsein für die Qualität der Medien stärken die Diskussion über den Wandel unserer medialen Öffentlichkeit anregen.

Das Qualitätsverständnis

Das Qualitätsverständnis, auf dem dieses Jahrbuch seit seinem erstmaligen Erscheinen im Jahr 2010 beruht, leitet sich aus den Grundvoraussetzungen einer funktionierenden Demokratie ab. Diese Leistungskriterien sind gesellschaftlich breit verankert. Sie finden sich in den gesetzlichen Anforderungen an den öffentlichen und privaten Rundfunk mit Leistungsauftrag, in den Leitbildern des professionellen Journalismus, in den Satzungen von Presse- und Medienräten und in sozialwissenschaftlichen Theorien zur Qualitätsanalyse.

Die normativen Leistungskriterien wurden in vier allgemein anerkannte Qualitätsdimensionen, nämlich Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität übersetzt.

Die Qualitätsdimension Relevanz gründet auf dem Prinzip, dass in der öffentlichen Kommunikation das Allgemeine gegenüber dem Partikulären und das Gesellschaftliche gegenüber dem Privaten Vorrang haben. Entsprechend interessiert das Verhältnis von Hardnews gegenüber Softnews oder das Gewicht von Beiträgen über institutionelle Vorgänge gegenüber Personenberichterstattung.

Die Qualitätsdimension Vielfalt leitet sich davon ab, dass kein Thema, keine Meinung und kein Akteur prinzipiell von der öffentlichen Kommunikation ausgeschlossen werden soll. Deshalb ist eine vielfältige Berichterstattung ein unabdingbares Qualitätserfordernis. In diesem Jahrbuch wird jene Form öffentlicher Kommunikation als besonders vielfältig erachtet, bei der aus vielen verschiedenen inhaltlichen und geografischen Blickwinkeln über das Geschehen berichtet wird.

Die Qualitätsdimension Einordnungsleistung bezieht sich auf den Anspruch, dass Medien über die reine Meldung aktueller Ereignisse hinaus eine Einordnung der Geschehnisse leisten. Diese Einordnung entsteht bei der Einbettung aktueller Ereignisse in längerfristige Entwicklungen und thematische Zusammenhänge.

Die Qualitätsdimension Professionalität wird als notwendige Voraussetzung zur Erfüllung der theoretisch begründeten Leistungsfunktionen öffentlicher Kommunikation verstanden und gründet im Selbstverständnis der journalistischen Profession. Als Indikatoren, an denen die Professionalität der Berichterstattung inhaltsanalytisch bemessen wird, dienen u.a. Sachlichkeit, Quellentransparenz und der Grad an Eigenleistung.

Wo ist das Jahrbuch erhältlich?

Das Jahrbuch Qualität der Medien erscheint gedruckt und als E-Book. Die separaten Studien Qualität der Medien können als Einzelpublikationen erworben werden. Seit 2014 erscheint zudem die Reihe Reflexionen Qualität der Medien. Hier schreiben Medienpraktiker und und -praktikerinnen über die jüngsten Entwicklungen im Medienwesen.

Wer steht hinter dem Jahrbuch Qualität der Medien?

Verantwortlich für das Jahrbuch ist das fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft. Das Jahrbuch ist Produkt des langjährigen Strebens, die interdisziplinären Fähigkeiten und die Infrastrukturen zu erlangen, um die öffentliche Kommunikation als wichtigsten Zugang zur Analyse des gesellschaftlichen Wandels zu erschliessen.

Der Entschluss wurde durch die unabhängige und gemeinnützige Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität (ehem. Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft) bestärkt, die sich für das Vorhaben einsetzt.

Erleichtert und angespornt wurde das Projekt durch das bisher einzige Vorbild, die imponierende jährliche Dokumentation "The State of the News Media. An Annual Report on American Journalism", die durch die Stiftung Project for Excellence (PEW) in den USA finanziert wird.

Das Jahrbuch unterstützen

Donate für die Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft können überwiesen werden auf:

IBAN CH28 0070 0110 0019 9753 1

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Die Ausgaben im Überblick

Das Jahrbuch erscheint seit dem Jahr 2010. Zusätzlich erscheinen periodisch die Studien Qualität der Medien. Hier stehen sämtliche Broschüren mit den Hauptbefunden sowie weitere Materialien aus den vergangenen sechs Jahren in vier Sprachen zum Download bereit.