Studien Qualität der Medien

Sämtliche vertiefenden Analysen zu Forschungsfragen rund um das Thema Medienqualität erscheinen als E-Journal in der Reihe Studien Qualität der Medien. Die Publikationen sind max. 20seitig und kosten 12 CHF. Sie können hier bestellt werden.

Studie 1/2016

Medienvertrauen – eine vergleichende Perspektive

Nicht nur die Orientierungsfunktion der Medien und die Akzeptanz von politischen Regelungen, sondern auch der Verkaufserfolg und die Reputation einzelner Medientitel hängen zentral mit dem Vertrauen in das Mediensystem zusammen. Unter erodierendem Medienvertrauen leidet nicht nur die Orientierungsfähigkeit des Individuums, sondern auch jene der ganzen Gesellschaft. Dann werden die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Wahrheit und Lüge durchlässiger. Die Gefahr für irrationale Entscheidungen in Politik und Wirtschaft steigt und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die staatstragenden Institutionen und die politischen Entscheidungen nimmt ab. Nicht zuletzt ist das Vertrauen ins Mediensystem auch ein Schlüsselfaktor dafür, dass Nutzerinnen und Nutzer für qualitativ hochwertigen Newsjournalismus überhaupt zu bezahlen bereit sind. Deshalb ist die Vertrauensfrage auch für die Branche selbst von zentraler Bedeutung.

Diese Studie zeigt, dass wer regelmässig traditionelle Informationsmedien nutzt, ein grösseres Vertrauen ins Mediensystem entwickelt. Umgekehrt geht Vertrauen verloren, wenn die ritualisierte Newsnutzung wegbricht und somit einzelne Medienmarken aufgrund eines entbündelten Nachrichtenkonsums auf Social Networks an Bedeutung verlieren. Wer zudem häufiger Nachrichten des öffentlichen Rundfunks nutzt, hat grösseres Vertrauen ins Mediensystem. Dieser Befund bestätigt sich im internationalen Vergleich und für die Schweiz. Ein positives Mediensystemvertrauen erhöht bei den Nutzern gleichzeitig die Zahlungsbereitschaft für News wie auch die Bereitschaft, Werbung, z.B. bei Onlinemedien, zu akzeptieren. In der Schweiz ist das Vertrauen in das Mediensystem im Ländervergleich vergleichsweise hoch. Bezüglich Zahlungsbereitschaft belegt die Schweiz von den 26 untersuchten Ländern einen Platz im Mittelfeld.

Autoren: Mario Schranz, Jörg Schneider, Mark Eisenegger

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Studie 2/2016

Wie Mediennutzer in die Welt schauen: Die Newsrepertoires der Schweizerinnen und Schweizer und ihre Themenagenden

Die Frage, wie Mediennutzer in die Welt schauen bzw. welches Bild sie von der Welt haben, untersuchen wir anhand einer Langzeitstudie, die seit 2009 einmal jährlich die Mediennutzung der Bevölkerung in der Schweiz untersucht und die Mediennutzung mit der Agenda der intensiv verfolgten Themen verknüpft.

Aus den Daten zur Mediennutzung von inzwischen über 27 000 Befragten werden sogenannte Newsrepertoires gebildet. Newsrepertoires erfassen die Kombination und die Nutzungsintensität der verschiedenen Medienangebote, die von einer einzelnen Person zu Informationszwecken konsumiert werden. Aus den individuellen Newsrepertoires lassen sich sechs Repertoiretypen aggregieren und soziodemografisch verorten.

Stark in der traditionellen Medienwelt verhaftet sind die Repertoiretypen «Homeland Oriented», «Old World Boulevard» und «Old World & Online», wobei der letztgenannte Typ die grösste Öffnung hin zur neuen, digitalisierten Medienwelt aufweist. In beiden Welten ist der Repertoiretyp der «Intensivnutzer» verankert, der sowohl traditionelle als auch online vermittelte Newsangebote ausgiebig in Anspruch nimmt. Am stärksten in der neuen Medienwelt beheimatet sind die Repertoiretypen der «Global Surfer» und «News-Deprivierten».

Es zeigt sich, dass diese beiden Typen in den letzten Jahren einen massiven Zuwachs verzeichnen und inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren. Das ist deshalb bedenklich, weil in diesen beiden Newsrepertoires die konsumierte Medienqualität abfällt, d.h. eine unterdurchschnittliche Qualitätsbilanz zu konstatieren ist.

Die «News-Deprivierten» sind heute sogar die grösste Nutzungsgruppe überhaupt. Es handelt sich dabei um Nutzerinnen und Nutzer, die professionelle Newsangebote weit unterdurchschnittlich oft nutzen, und wenn, dann vor allem solche von minderer Qualität. Vor allem junge Frauen unter 30 Jahren sind in diesem Newsrepertoire überdurchschnittlich oft vertreten.

Die Effekte der unterschiedlichen Newsrepertoires und der konsumierten Newsqualität zeigen sich in den Themenagenden, die die Repertoiretypen stark beachten. Die «Global Surfer» bevorzugen eine international ausgerichtete Themenagenda, aus der schweizerischen Medienarena ziehen sie sich zurück.

Die «News-Deprivierten» nehmen vor allem Einzelereignisse und Bedrohungsszenarien wahr. Den Gegenpol zu diesem Repertoiretyp bilden die «Intensivnutzer», die aufgrund ihrer breiten Nutzung von qualitativ hochwertigen Informationsmedien eine vielfältige Themenagenda aufweisen und insbesondere auch Themenzusammenhänge wahrnehmen.

Autoren: Jörg Schneider, Mark Eisenegger

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Studie 1/2013

Kommerzialisierung von Medienstrukturen im internationalen Vergleich

Die Analyse der Medienstrukturen ist für die Qualitätsforschung wichtig, weil es von der medialen Infrastruktur abhängt, ob die relevanten Informationen zu den Bürgerinnen und Bürgern kommen, ob alle Räume ausreichend medial erschlossen sind, ob die Ressourcen vorhanden sind, um das, was alle etwas angeht, adäquat zu recherchieren, kurz: ob die Bürgerinnen und Bürger publizistisch so versorgt sind, dass sie an der Meinungs- und Willensbildung teilnehmen können.

Diese Vertiefungsstudie untersucht den Wandel der Medienstrukturen in fünf westeuropäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Österreich, Schweiz). Im Fokus stehen dabei die zentralen Mediengattungen Presse, Fernsehen und Onlinenews. Folgende Forschungsfragen stehen im Zentrum:

  1. Wie haben sich die Trägerschaften der Medien seit den 1960er Jahren verändert und zeigt sich auf dieser Ebene eine Kommerzialisierung?
  2. Welche Medientitel und welche Anbieter spielen im Mediensystem eine Rolle und zeigt sich dabei eine zunehmende Medienkonzentration?
  3. Inwiefern wandelt sich das Medienangebot innerhalb der Gattungen Presse, Online und Rundfunk und zeigt sich eine wachsende Bedeutung von kommerziell orientierten Medientypen wie bspw. Boulevard- und Gratiszeitungen?

Hauptbefunde: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in allen untersuchten Ländern die Kommerzialisierung der Medien vor allem sei den 1980er Jahren zunimmt. Besonders auffallend sind die Resultate zur Schweiz: Was die Medienkonzentration und die Kommerzialisierung der Medien betrifft, „startet“ die Schweiz im Länder- und Zeitvergleich relativ spät, dann aber umso rascher. Dass in der Schweiz mittlerweile der Pressemarkt von nur drei Medienunternehmen dominiert wird, ist im internationalen Vergleich bemerkenswert.

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Studie 2/2013

Medien im Social Web − Journalistischer Mehrwert?

Diese Vertiefungsstudie untersucht «Tweets» von Medienredaktionen und Journalisten in der Schweiz. Der journalistische Einsatz von Social Web-Anwendungen wie Twitter ist bislang noch wenig erforscht. Im Rahmen dieser Vertiefungsstudie wird die Frage aufgeworfen, ob die journalistische Twitter-Kommunikation einen Mehrwert zur Medienpublizistik bieten kann. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Wie interaktiv und umweltoffen ist die Twitterkommunikation von Medienorganisationen und Journalisten? Entsteht ein pulizistischer Mehrwert? 
  2. Wie relevant sind die via Twitter abgesonderten Tweets?
  3. Wie stark reflektieren twitternde Journalisten das Schweizer Mediensystem? Inwieweit konstituiert sich dadurch ein Forum für medienkritische Fragen?

Hauptbefunde: Die Möglichkeiten zur Interaktion mit anderen Nutzern werden von den Redaktionen praktisch nicht genutzt. Twitter zeigt auf der Ebene der redaktionellen Verwendung starke Züge massenkommunikativer Einweg-Kommunikation, die dem Zusatz „sozial“ (Social Media) in keiner Weise gerecht wird. Auf der Ebene der individuellen Accounts von Journalisten sind hingegen durchaus positive Effekte zu verzeichnen: Die Twitter-Kommunikation von Journalisten zeichnet sich erstens durch eine grössere Umweltoffenheit aus, es wird ein grösseres Quellenspektrum referenziert und die Kommunikation ist interaktiver. Zweitens wird Twitter unter Journalistinnen und Journalisten vergleichsweise intensiv zur Erörterung und Kanalisierung medienbezogener und medienkritischer Fragen genutzt.

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Studie 1/2012

Schweizer Medien im Wahlkampf

Gerade im Vorfeld von Wahlen ist die Qualität der Medienberichterstattung für eine Demokratie entscheidend. Damit sich die Wählerinnen und Wähler ein differenziertes Bild machen und sich eine informierte Meinung für ihren Wahlentscheid bilden können, müssen Informationsmedien grundlegende Funktionen öffentlicher Kommunikation in demokratischen Gesellschaften erfüllen.

Diese Vertiefungsstudie untersucht die Qualität der Berichterstattung im Wahlkampf. Zum einen liefert ein Blick auf die Wahlberichterstattung der letzten 50 Jahre umfangreiche Erkenntnisse. Zum anderen werden die Medienbeiträge zu den Eidgenössischen Wahlen 2011 einer vertieften Betrachtung unterzogen. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Langzeitvergleich: Wie hat sich die Berichterstattung über die Eidgenössischen Wahlen in der Schweizer Presse seit den 1960er Jahren entwickelt? Welchen Einfluss haben situative Faktoren wie bspw. Kriege und Krisen auf das Gewicht der Wahlberichterstattung? Welche Rolle spielen die je nach Zeitraum und Zeitungstyp unterschiedlich ausgeprägten Medienlogiken? Verändern sich die Resonanzchancen für Parlamentswahlen zugunsten von Bundesratswahlen?
  2. Qualitätsaspekte: Führt die Boulevardisierung eines Mediums dazu, dass nur einigen wenigen (prominenten) Akteuren aus der Politik grosse Medienaufmerksamkeit zuteil wird? Wie unterscheiden sich ideologisch gebundene und ungebundene Medien in ihrer Wahlberichterstattung?

Hauptbefunde: Die Bundesratswahlen werden in der Langzeitbetrachtung zunehmend intensiver thematisiert. Die Parlamentswahlen verlieren dagegen – relativ betrachtet – an Bedeutung. Die Unterschiede zwischen den untersuchten Medientypen ergeben sich aus dem Grad der kommerziellen Orientierung als auch aus dem Grad der Nähe oder Distanz der Medien zu politischen Lagern. Den grössten Beitrag zur Berichterstattungsqualität leisten die Abonnementszeitungen, während die Newssites und besonders die Boulevard- und die Gratiszeitungen Qualitätsdefizite aufweisen.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2012 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2012 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 293–315).

Studie 2/2012

Die Qualität von Presse- und Onlinetiteln im Direktvergleich

Angesichts der starken Nutzungszunahme und der Konvergenz von Informationsmedien im Internet gehört es zu einer der dringendsten demokratiepolitischen Herausforderungen, das Qualitätsniveau der gedruckten Presse auch auf den verschiedenen Online-Kanälen (Newssites, Smartphone- und Tablets) zu gewährleisten.

Diese Vertiefungsstudie analysiert die Qualität der Online-Berichterstattung auf der Basis eines systematischen Vergleichs von ausgewählten Pressetiteln und ihren Online-Newssites. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Werberessourcen & Nutzungszahlen: Welche Werbeeinahmen stehen Pressetiteln und ihren Onlinependants zur Verfügung? Welche Nutzungsunterschiede zeigen sich zwischen Presse und Online?
  2. Paarweiser Qualitätsvergleich: Welche Unterschiede zeigen sich zwischen den Pressetiteln und den zugehörigen Newssites hinsichtlich Relevanz, Einordnungsleistung, Sachlichkeit, Eigenleistungsgrad und Quellentransparenz?

Hauptbefunde: Die vergleichende Analyse von Pressetiteln und ihren Online-Pendants zeigt ein fast durchgängiges, schwerwiegendes Qualitätsdefizit der Online-Newssites. Die Erwartungen, welche an den Onlinenachrichtenjournalismus gerichtet werden, können grösstenteils nicht erfüllt werden. Die offline vorhandene Qualität, namentlich im Bereich der Abonnementspresse, kann im Onlinebereich bislang in keiner Weise erreicht werden. Auf Online steckt also nicht die Qualität drin, die der Reputation der Medienmarke, die offline erarbeitet worden ist, entspricht.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2012 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2012 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 316–331).

Studie 3/2012

Kriminalitätsberichterstattung in der Schweizer Presse

Medien beeinflussen durch ihre Berichterstattung die Art und Weise, wie die Bürgerinnen und Bürger Kriminalität wahrnehmen. Eine intensive mediale und politische Problematisierung der Kriminalität bewirkt eine gesteigerte Problemwahrnehmung und ein verstärktes Sicherheitsbedürfnis bei der Bevölkerung.

Diese Vertiefungsstudie analysiert die Qualität der Medienberichterstattung über Kriminalität und Rechtspflege. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Längsschnittstudie: Wie hat sich die Kriminalitätsberichterstattung in den letzten zehn Jahren verändert? Welche Delikt- und Täterkategorien haben besonders viel Aufmerksamkeit erhalten?
  2. Querschnittanalyse: Welche medial berichteten Delikt-,Täter- und Opferkategorien sind im Vergleich zur polizeilichen Kriminalstatistik über- bzw. unterrepräsentiert?
  3. Politische Relevanz: Welche Dynamik und Qualität weist die Berichterstattung über die Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafgesetzbuches (AT-StGB) auf?

Hauptbefunde: Im Zeitraum zwischen 2002 und 2011 zeigt sich ein wellenartig zunehmender Berichterstattungsverlauf über Kriminalität. Diese Dynamik wird wesentlich durch die politischen Kampagnen der SVP sowie durch publizistische Strategien, namentlich des Blick, bestimmt. Der Vergleich der Kriminalitätsberichterstattung mit der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2011 zeigt, dass Gewaltdelikte gegen Leib und Leben in der untersuchten Pressearena am stärksten überrepräsentiert sind. Bei Tötungsdelikten ist das Verhältnis am Unausgelichensten. So sind berichtete Tötungsdelikte gegenüber der Polizeistatistik um das 434fache überrepräsentiert.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2012 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2012 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 332–360).

Studie 4/2012

Medienkritik in der Schweiz − eine Bestandesaufnahme

Zahlreiche medienwissenschaftliche, auf die Schweiz, auf Deutschland und auf die USA bezogene Befunde legen den Schluss nahe, dass veröffentlichte Medienkritik ein «Mauerblümchendasein» fristet. Diese Vertiefungsstudie untersucht die vom Medienjournalismus hervorgebrachte Selbstbeobachtungsleistung in der Schweiz. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Strukturanalyse: Welche medienkritischen Instanzen gibt es in der Schweiz?
  2. Inhaltsanalyse: Welches quantitative Gewicht kommt journalistischer Medienkritik in den analysierten Zeitungen aus der Deutschschweiz zu? Welche inhaltlichen Schwerpunkte lassen sich eruieren?

Hauptbefunde: Es wäre wünschenswert, wenn Journalismus in der Lage wäre, das Mediensystem genauso kritisch zu beobachten, wie es bei anderen Gesellschaftsbereichen der Fall ist. Es zeigt sich jedoch, dass von journalistischen Medien geleistete Medienkritik innerhalb der untersuchten Berichterstattung deutlich unterrepräsentiert ist. Im Zuge von Konzentrations- und Kommerzialisierungsprozessen im Mediensystem ergeben sich blinde Flecken und die Selbstbeobachtung wird zunehmend erschwert. Es braucht möglichst unabhängige Instanzen, welche die Medien beobachten und dadurch zur öffentlichen Selbstbeobachtung zwingen. Medienblogs bieten nicht genügend Ersatz, da sie zu schwach institutionalisiert sind und deshalb eine unzureichend wirksame öffentliche Plattform für medienkritische Anliegen bieten.

Bei dieser Studie handelt es sich um eine Vorstudie des Forschungsvorhabens «Radar Medienkritik Schweiz» am Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2012 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2012 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 361–376).

Studie 1/2011

Nordwest- und Südostschweiz: Konzentration und publizistisches Angebot im regionalen Pressemarkt

Diese Vertiefungsstudie zum publizistischen Angebot im Pressemarkt Nordwest- und Südostschweiz ist die erste einer Reihe, die regionale öffentliche Räume der Schweiz einer detaillierten Analyse unterzieht. Dies ermöglicht die Berücksichtigung von kleinen Zeitungen, die regional und lokal von Bedeutung sind. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Welches sind die wichtigsten Presseangebote dieser Regionen?
  2. Welche Effekte ergeben sich aus der starken Stellung der AZ Medien AG in der Nordwestschweiz sowie der Südostschweiz Mediengruppe AG in der Südostschweiz auf das jeweilige publizistische Angebot?

Hauptbefunde: Die in ihrer Region jeweils marktdominante Stellung von AZ Medien AG und Südostschweiz Mediengruppe AG leistet Widerstand gegenüber nationalen Konzentrationsprozessen. Damit tragen die beiden Kontrolleure mit ihren Presseerzeugnissen zur Titelvielfalt in der Deutschschweiz bei. Der Preis für ihre starke regionale Stellung ist allerdings die geringere publizistische Vielfalt in der Nordwest- und Südostschweiz selbst. Die ausgeprägte Mehrfachverwertung von Beiträgen verringert die Aussen- ebenso wie die Binnenpluralität.

Diese Studie entstand im Zusammenhang des vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) finanzierten Forschungsprojektes «Medienkonzentration und Meinungsvielfalt» (2010).

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2011 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2011 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 359–376).

Studie 2/2011

Problematisierung des Fremden in der direkten Demokratie

Ausländer und ethnische Minderheiten werden in der öffentlichen Kommunikation der Schweiz immer wieder zum Problem gemacht.

Diese Vertiefungsstudie analysiert u.a. die Qualität der Medienberichterstattung zu den beiden Vorlagen Minarett- und Ausschaffungsinitiative. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Qualitätsaspekte: Wie gehen die Medien mit politischen Kampagnen um? Wie stark ist die Berichterstattung durch die Kampagnenstrategien von politischen Akteuren mit viel Ressourcen geprägt? Zeigt sich ein sogenannter Horse-Race-Journalismus? Zu welchen Anteilen liefern die analysierten Medien Hintergrundinformationen zu den beiden Sachvorlagen und ordnen diese damit in einen breiteren Kontext ein? 
  2. Langzeitvergleich: Was sind Gründe dafür, dass die Problematisierung des Fremden auf starke Resonanz in den Medien stösst? Welche Entwicklungen zeigen sich seit den 1960er Jahren?

Hauptbefunde: Defizite in der Qualität der Berichterstattung zeigen sich in erster Linie bei den Gratiszeitungen und dem Magazin Weltwoche. Der Horse-Race-Journalismus der Gratispresse und partiell auch der Boulevardpresse sorgt dafür, dass ein Konflikt zwischen der SVP und den (betroffenen) Minderheiten sowie nicht etablierten Akteuren konstruiert und dramatisiert wird.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2011 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2011 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 377–407).

Studie 3/2011

Monopol der Schweizerischen Depeschenagentur (sda) und Übernahmepraxis von Agenturberichten in der Presse

Medienkrise, journalistischer Ressourcenschwund und Aktualitätsdiktat reduzieren die redaktionellen Eigenleistungen und erhöhen umgekehrt die Abhängigkeit der Redaktionen von fremdproduzierten Medieninhalten, wie sie Nachrichtenagenturen anbieten. Ein solcher Agentureinfluss bleibt für die Medienqualität nicht folgenlos.

Diese Vertiefungsstudie befasst sich mit der Übernahmepraxis von Agenturmaterial in der Schweizer Pressearena und analysiert die Auswirkungen des sda-Monopols. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. sda-Monopol: Hat das Inkrafttreten des sda-Monopols im Frühjahr 2010 zu einer Zunahme des sda-Einflusses in der Presseberichterstattung geführt?
  2. Agenturübernahmepraxis: Welche spezifischen Übernahmepraktiken lassen sich beschreiben und wie vertragen sich diese Praktiken mit zentralen journalistischen Qualitätsstandards? Werden Agenturmeldungen transparent gekennzeichnet oder weisen die Medien diese Quellen als eigene Beiträge aus? Mit welchen Verfahren werden Agenturmeldungen mit wenig Aufwand so «aufgepeppt», dass sie den Eindruck redaktioneller Eigenleistung erwecken?

Hauptbefunde: Die Analyse zeigt eine signifikante Zunahme des sda-Einflusses in der Pressearena nach der Etablierung der Monopol-Stellung im Frühjahr 2010. Die vergleichende Analyse von Pressetiteln und ihren Online-Pendants zeigt ein fast durchgängiges, schwerwiegendes Qualitätsdefizit der Online-Newssites. Die Erwartungen, welche an den Onlinenachrichtenjournalismus gerichtet werden, können grösstenteils nicht erfüllt werden. Die offline vorhandene Qualität, namentlich im Bereich der Abonnementspresse, kann im Onlinebereich bislang in keiner Weise erreicht werden. Auf Online steckt also nicht die Qualität drin, die der Reputation der Medienmarke, die offline erarbeitet worden ist, entspricht.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2011 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2011 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 408–432).

Studie 4/2011

Einfluss von Public Relations in der Unternehmensberichterstattung

Journalismus hat unabhängig und kritisch zu sein. Er soll Allgemein- und nicht Partikularinteressen dienen und die kritische Distanz zum Berichterstattungsgegenstand wahren. Informationen sind deshalb auf ihre Interessenbindung hin zu prüfen, kritisch zu reflektieren und in Bezug auf die Quellen transparent zu machen.

Dieser Beitrag liefert eine Bestandesaufnahme der Unabhängigkeit und Professionalität des Wirtschaftsjounalismus gegenüber dem Einfluss von Public Relations in der Schweizer Unternehmensberichterstattung. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Wie stark ist die Unternehmensberichterstattung durch Unternehmens-PR beeinflusst?
  2. Werden die PR-Quellen transparent gemacht?
  3. In welchem Ausmass und mit welchen Folgen können die Unternehmen mit ihren PR-Inputs das Timing der Berichterstattung mitbestimmen?
  4. Welche Bedeutung haben Nachrichtenagenturen als Multiplikatoren von PR-Informationen in der Unternehmensberichterstattung?

Hauptbefunde: Die Untersuchung zeigt, dass der quantitative und qualitative PR-Einfluss in der Schweizer Pressearena gross ist: Nicht weniger als 40% der Unternehmensberichterstattung sind durch PR-Aktivitäten ausgelöst. In 56% der Fälle wird die Deutungsperspektive der Unternehmens-PR unkritisch übernommen. Lediglich 25% der Beiträge machen die Verwertung von PR-Informationen an prominenter Stelle transparent.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2011 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2011 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 433–451).

Studie 5/2011

Die doppelte Schwachstelle: Fehlerhäufigkeit und Corrections Management

Dass Journalismus schnelllebig und damit anfällig für Fehler ist, dessen sind sich die meisten erfahrenen Medienpraktiker bewusst. Wie häufig sich indes Redaktionen irren und fehlerhafte Berichterstattung in Umlauf setzen, war zumindest in Europa bislang kaum bekannt. Jetzt gibt es für die Schweiz und Italien immerhin erste Zahlen, die aufhorchen lassen.

Diese Vertiefungsstudie untersucht für die Schweiz und Italien, wie fehleranfällig die Medienberichterstattung ist und vergleicht die Ergebnisse mit einer Vorgängerstudie aus den USA. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Wie oft treten Fehler in der regionalen Berichterstattung von Schweizer und italienischen Regionalblättern auf?
  2. Welche Fehler kommen am häufigsten vor?
  3. Wie gravierend werden die Fehler eingestuft?
  4. Ergeben sich aufgrund der Fehlerzahl negative Konsequenzen für die Glaubwürdigkeit der analysierten Zeitungen?

Hauptbefunde: Die Befragten stellten in der Schweiz mehr Berichterstattungsmängel fest als in Italien oder den USA. Jedoch wurden die ermittelten Fehler in der Schweiz als weniger schwerwiegend bewertet als in den Vergleichsländern. Die Anzahl und die Schwere der Fehler wirken sich negativ auf die Glaubwürdigkeit einer Zeitung aus.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2011 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2011 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 452–467).

Studie 1/2010

Qualität der Medienberichterstattung zur Minarettinitiative

Sind die direktdemokratischen Instrumente „ein scharfes mehrheitsdemokratisches Schwert“, das „für Minderheiten potenziell gefährlich“ (Manfred G. Schmidt) ist?

Diese Vertiefungsstudie leistet einen Beitrag zur Beantwortung dieser für die aktuelle Debatte um die rechtsstaatlichen Grenzen der direkten Demokratie so zentralen Frage, indem die Qualität der Berichterstattung zur Minarettinitiative untersucht wird. Die Basis hierfür sind die Beiträge in 17 Leitmedien der deutsch- und französischsprachigen Schweiz, die im Zeitraum zwischen April 2006 und November 2009 erschienen sind. Die Qualität bemisst sich an folgenden für die öffentliche Kommunikation zentralen Funktionen:

  1. Forumsfunktion: Ist die Meinungs- und Akteursvielfalt gewährleistet? Welche Akteure und Argumente kommen zur Sprache? Werden die Argumente wechselseitig berücksichtigt und wird ausreichend Hintergrundinformation vermittelt?
  2. Integrationsfunktion: Wird eine Vereinseitigung der Debatte verhindert? Wie werden Normen und Werte reflektiert? Wie stark drängen Pauschalisierungen in der Wahrnehmung muslimischer Akteure in den Vordergrund?

Hauptbefunde: Die Studie zeigt hinsichtlich der Akteursvielfalt eine auffallende Ungleichverteilung zwischen den befürwortenden Parteien (drei Viertel der Parteienresonanz) und den ablehnenden Parteien (ein Viertel der Parteienresonanz). Zudem zeigt sich eine problematische mediale Inszenierung der Debatte als Disput zwischen befürwortenden Parteien und Muslimen. Schließlich zeigt sich, dass Gegner wie Befürworter der Initiative sich praktisch nicht mit den Argumenten der jeweils anderen Seite auseinander setzen. Selbst pauschalisierende Stereotypisierungen bleiben deshalb häufig unwidersprochen im medialen Raum stehen. Auseinandersetzungen um die Angemessenheit der Problematisierungen der Muslime in der Schweiz oder um das Verhältnis von Rechtsstaat und Demokratie können sich medial kaum Gehör verschaffen

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2010 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2010 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 267–274)

Studie 2/2010

Wirtschaftsberichterstattung in der Krise

In Krisenperioden bzw. nach dem Platzen von Wirtschaftsblasen wird regelmässig die Frage nach der Frühwarnfunktion der Medien in Bezug auf unerwünschte Entwicklungen im ökonomischen System gestellt.

Diese Vertiefungsstudie untersucht die Qualität der Wirtschaftsberichterstattung im Kontext der Krise, die sich ab Mitte 2007 aufbaute und im Herbst 2008 mit dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren ersten Höhepunkt erreichte. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Haben die Medien ihre Frühwarnfunktion im Vorfeld der Krise erfüllt? Wurde genügend früh auf die Blasenbildung im US-Immobilienmarkt hingewiesen?
  2. Zeugt die Medienberichterstattung über die Finanzunternehmen von ausreichender kritischer Distanz? Wird der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen auch im Hinblick auf unerwünschte Folgen reflektiert oder geben die Medien einfach wieder, was von den PR-Abteilungen der Unternehmen ins Mediensystem eingespeist wird?
  3. Wurden die Konsequenzen der Blasenbildung richtig eingeschätzt? Hat man insbesondere die Reichweite der Krise bis hin zu den systemgefährdenden Folgen rechtzeitig erkannt?
  4. War die Berichterstattung während der Krise nachhaltig und reflektiert? Ging sie über eine episodische und punktuelle Darstellung von Ereignissen hinaus, d.h. war sie dadurch gekennzeichnet, Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufzuzeigen und die Rezipienten mit Hintergründen zu versorgen, so dass ein vertieftes Verständnis ermöglicht wurde?

Hauptbefunde: Die seismografische Funktion, frühzeitig vor der Finanzmarktkrise zu warnen, wurde von den Schweizer Medien nicht erfüllt. Zwar wurde von einigen wenigen Medien bereits ab 2005 vereinzelt auf die risikoträchtige Bubble-Bildung im US-Immobilienmarkt hingewiesen. Diese Interpretation blieb jedoch erstens peripher und sie reflektierte zweitens nicht die gesellschaftlichen Folgen. Die Krise wurde in den Medien erst sehr spät, d.h. ab der zweiten Hälfte 2007 als solche erkannt.

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Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2010 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2010 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 275–283).