Das fög von J-R

J wie Jaccard-Koeffizient
Für den automatisierten Vergleich von Medienbeiträgen setzt das fög den Jaccard-Koeffizienten ein. Damit lassen sich ähnliche oder identische Beiträge identifizieren und der Grad der inhaltlichen Medienkonzentration ermitteln. Das Mass wurde vom Schweizer Botaniker Paul Jaccard (1868–1944) als Kennzahl für die Ähnlichkeit von Mengen entwickelt. Jaccard hat damit unter anderem die Vielfalt der Flora in den Alpen untersucht. Das Verfahren wird aber auch in der Linguistik und in Plagiatssoftware für Textvergleiche eingesetzt.

K wie Kommunikationsereignisse
Kommunikationsereignisse sind «Elementarteilchen» der öffentlichen Kommunikation. Sie strukturieren, worüber wir in der Öffentlichkeit debattieren. Wenn die Medien zum Beispiel auf einige sehr wenige Kommunikationsereignisse fokussieren, kann dies ein Indikator sein für einen heftigen Konflikt und eine gesellschaftliche Krise. (Siehe «Historiker:innen»)

L wie Luzern
Luzern ist nicht nur eines der beliebtesten Fotosujets der Schweiz, es war während vielen Jahren auch der Austragungsort des internationalen Mediensymposiums, das vom fög und Partnerinstitutionen 1994 ins Leben gerufen wurde. Ziel des Mediensymposiums ist die Förderung von Erkenntnissen zur öffentlichen Kommunikation und dem sozialen Wandel. Zu diesem Zweck treffen sich Kommunikations- und Medienforschende alle zwei Jahre. 

M wie Mediatool
Eigens für das fög entwickelte Software zu Codierung von Medienbeiträgen (siehe C wie Codieren). Mittlerweile in der dritten Generation und webbasiert. Nicht alle finden sich auf Anhieb darin zurecht. Viele ehemalige und aktuelle Codierer:innen verbindet deshalb mit dem Mediatool eine Art Hassliebe.

N wie Newsdepriviert
Mal als «Problembär» bezeichnet, mal mit einer Tropenkrankheit verglichen: Der im Jahr 2016 vom fög eingeführte Begriff der «Newsdeprivierten» hat sich inzwischen im öffentlichen Diskurs als Bezeichnung für ein Problem durchgesetzt. Newsdeprivierte sind mehrheitlich jüngere Newsnutzer:innen, die im Vergleich zum Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung mit News unterversorgt sind. Wenn sie Nachrichten konsumieren, dann nur sehr punktuell und nebenbei auf Social Media. Der Anteil der «Newsdeprivierten» hat in den letzten Jahren stetig zugenommen und betrug 2021 37%.

O wie Observatorium
In Anspielung auf die Wissenschaft als Instanz, die die Öffentlichkeit systematisch beobachtet, hiess das Teammeeting am fög früher «Observatorium». Noch heute ist teilweise vom wöchentlichen «OBS-Meeting» die Rede.

P wie Plattformisierung
Ursprünglich aus dem Englischen stammend (Helmond, 2015), hat das fög den Begriff der Plattformisierung weiterentwickelt und in der Kommunikationsforschung im deutschsprachigen Raum verankert. Damit gemeint sind vielfältige Veränderungsprozesse, die von den Tech-Plattformen Google, Facebook, WhatsApp, YouTube und Co. ausgehen und die Einfluss auf die öffentliche Kommunikation und damit auf die Gesellschaft haben. Siehe dazu auch der Band zum Mediensymposium 2021.

Q wie Qualität der Medien
Seit über 10 Jahren untersucht das fög die Qualität der Medienberichterstattung kontinuierlich und systematisch in Projekten wie dem Jahrbuch Qualität der Medien oder dem alle zwei Jahre erscheinenden «Medienqualitätsrating MQR». In den letzten Jahren blieb die Qualität der Medien insgesamt relativ stabil. Problemzone ist die Vielfalt: Die Medien decken ein immer kleineres Spektrum an Themen und geografischen Räumen ab.

R wie Rauchen
Rauchgeschwängerte Büros konnte man am fög in den 1990er und 2000er Jahren und in wenigen Einzelfällen sogar noch länger beobachten. Am fög gab es alles: die Kettenraucher, die Gelegenheitsraucher an den fög-Retraiten, die Raucher, die immer wieder aufhörten und anfingen, und diejenigen, die es immer ganz sein liessen.