Medienagenda 2016

Mit dieser Analyse lässt das fög das Jahr 2016 aus der Perspektive der Schweizer Medien Revue passieren. Die Untersuchung zeigt, dass internationale Ereignisse wie die US-Präsidentschaftswahlen und die Flüchtlingskrise die Schweizer Medienöffentlichkeit im auslaufenden Jahr 2016 am stärksten beschäftigten. Neben der Bedeutung von Themen wird in dieser Analyse neu auch die öffentliche Beachtung und Tonalität von Unternehmen und Parteien untersucht. Am prägnantesten tritt dabei die SVP in Erscheinung: Sie erhielt mit Abstand am meisten Resonanz, wurde aber auch am negativsten bewertet.

Die SVP war 2016 die mit Abstand resonanzstärkste Partei: Sie wurde mindestens in mehr als doppelt so vielen Medienbeiträgen thematisiert wie jede andere politische Organisation. Nicht zuletzt hängt dies damit zusammen, dass die Volkspartei Kontroversen befeuert und bei migrationspolitischen Debatten – und diese wurden 2016 sehr resonanzstark geführt – als Meinungsführerin auftritt. Dass die SVP ein umstrittener politischer Akteur ist, zeigt sich auch daran, dass ihre Tonalität von allen Parteien am negativsten ausfällt: Das in den Medien vermittelte Bild ist überwiegend kritisch.

Aussenpolitische Themen an der Spitze der Rangliste
Über die US-Präsidentschaftswahlen wurde 2016 in den Schweizer Medien nicht nur am intensivsten berichtet, sondern auch am nachhaltigsten: Seit Februar 2016 gehörte das Ereignis immer zu den wichtigsten sechs Themen eines Monats. Obwohl die Flüchtlingskrise im Vergleich zum Vorjahr an Medienresonanz eingebüsst hat, belegt sie im Jahr 2016 noch immer Platz 2 in der Themenrangliste der Schweizer Medien. Etwas weniger im Fokus stand in diesem Kontext auch die Schweizer Asylpolitik (Rang 5) sowie der IS-Konflikt (Rang 11). Die weiteren aussenpolitischen Themen der Top 10, der Bürgerkrieg in Syrien (Rang 3), der Brexit (Rang 4) und die politische Entwicklung in der Türkei hin zu einem immer autoritärer geführten Staat (Rang 9), verzeichneten 2016 hingegen deutliche Resonanzzuwächse.

Verunsicherung kennzeichnet die Inlandsberichterstattung

Zahlreiche wichtige Inlandthemen des Jahres 2016 kennzeichnet eine ausgeprägte Bedrohungsperspektive. Diese offenbart sich in der Form von Angst vor Flüchtlingen (Asylpolitik, Rang 5), Angst vor ausländischen Arbeitnehmern (Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, Rang 10), Angst vor ausländischen Kriminellen (Initiative „Zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer“, Rang 12) und Angst vor dem Islam (Debatte um die Integration vom Migranten und Muslimen, Rang 14; Gefahr islamistischer Strukturen in der Schweiz, Rang 16). Eine solche intensive Thematisierung und Problematisierung des «Fremden» ist symptomatisch für eine von Krisen und Verunsicherung geprägten Gesellschaft. Neben diesen Themen waren die Debatte um die Zukunft der Schweizer Energiepolitik rund um die Abstimmung zum Atomausstieg (Rang 8), die Altersvorsorge 2020 mit der Abstimmung über die AHVplus-Initiative (Rang 13) und die Debatte um die Reform des Gesundheitswesens (Rang 19) die weiteren prominenten Inlandthemen unter den Top 20 des Jahres.

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